Klein-Areal stiehlt BEEH-Projekt die Schau

Fr, 08. Feb. 2019

Warum hat der Gemeinderat die finanziellen Möglichkeiten nicht ausgeschöpft und das Klein-Areal einem anderen Käufer überlassen? Diese Frage bewegte die Teilnehmer am Einwohnerforum deutlich mehr als die Informationen zum Zusammenschluss-Projekt.

Simone Rufli

Es gab viel zu bereden in Hornussen und so konnte man damit rechnen, dass lange und emotional diskutiert werden würde an diesem Mittwochabend. Dem war denn auch so und doch verlief der Abend einigermassen überraschend: Denn nicht das Entwicklungskonzept zum geplanten Zusammenschluss mit Bözen, Effingen und Elfingen (BE-EH-Projekt) stand im Zentrum des Interesses und auch nicht die teils negativen Reaktionen auf die Namenswahl für die zusammengeschlossenen Gemeinden (Oberes Fricktal). Die höchsten Wellen warf der Verkauf der Liegenschaft Klein-Areal an die Herzog Hornussen AG.

Der Grund dafür liegt in der Vorgeschichte: Im März 2016 musste die Klein AG ihre Bilanz deponieren. Das Entsorgungscenter wird seither von der Firma Waser AG mit Sitz in Birsfelden betrieben. Ende Januar kam es nun zur konkursamtlichen Versteigerung des Areals. Den Zuschlag erhielt die Herzog Hornussen AG. Sie erwarb das Areal für 1,6 Millionen Franken. Weshalb der Gemeinderat – ausgestattet mit einem Rahmenkredit von zwei Millionen Franken, zugesprochen vom Souverän – Heiner Herzog nicht überboten habe, wurde er gefragt. Der Gemeinderat habe den Kredit im 2016 doch mit der Begründung erwirkt, ein Entsorgungsbetrieb mit Lastwagenverkehr durch die Schulstrasse sei für die Zukunft zu verhindern. Warum die Gemeinde das Areal nicht ersteigert habe, wo doch das Gewerbeland knapp sei und neue Einzonungen nicht mehr durchführbar seien.

«Haben wir zwei Millionen zugesichert bekommen, um mit Steuergeldern gegen einen Hornusser zu bieten, der etwas machen wird, was fürs Dorf verträglich sein wird?» fragte Gemeindeammann George Winet zurück. Der Gemeinderat habe das Areal schätzen lassen und beschlossen, bei 1,4 Millionen auszusteigen, sagte Vizeammann Guy David. «Das Eröffnungsgebot lag bei 1,5 Millionen und so waren wir draussen», erläuterte Winet und er betonte, es sei nie die Idee gewesen, den Rahmen des Kredits voll auszuschöpfen. Von diesen Überlegungen habe die Bevölkerung nichts gewusst, wurde gerügt. «Eure Kalkulation hättet ihr mit dem Kreditantrag vorlegen sollen».

Die grosse Frage
Auch Heiner Herzog ergriff das Wort. Er habe noch keine genauen Vorstellungen davon, was er mit dem Areal anfangen werde. «Es ist eine Landreserve», viel mehr liess sich der neue Besitzer nicht entlocken. Der Gemeinderat hingegen musste mehr als einmal ansetzen, um seinen Entscheid zu rechtfertigen. «Das Wichtigste ist doch, dass es mit Heiner Herzog als Besitzer zu einer Umnutzung kommt.» Für eine Umnutzung braucht es eine Baubewilligung. Die Parzelle liegt in der Gewerbezone, reine Lagerplätze sind in dieser Zone nicht erlaubt. Bis Ende Jahr läuft der Mietvertrag mit dem Entsorgungsbetrieb. Befürchtungen wurden laut, die Waser AG könnte mit dem neuen Besitzer einen neuen Mietvertrag aushandeln. Sicher ist eines, die Schulstrasse muss saniert werden.

Weil nur wenige Forumsteilnehmer die Präsentation des Abschlussberichts der Arbeitsgruppen von Mitte Januar in Effingen mitverfolgt hatten, ging Vizeammann David Guy noch einmal auf die acht Bereiche im BEEH-Projekt ein. Am meisten zu reden gaben die Themen Wasser, respektive die vom zuständigen Gemeinderat Philipp Wirz in Aussicht gestellte Erhöhung des Wasserpreises und die Bau- und Nutzungsordnung. Hornussen hat zurzeit den zweittiefsten Wasserpreis im ganzen Bezirk. Mit Blick auf die Diskussion, die sich mehr und mehr um Detailfragen drehte, meinte Gemeinderat Gottfried Herzog: «Es ist schon richtig, jetzt in die Details zu gehen. Denn am Ende sind es genau diese Details, die über den Erfolg des Zusammenschlusses entscheiden.»

Der nächste wichtige Termin ist der 5. März. An diesem Tag lädt der Gemeinderat die Einwohner von Hornussen ins Restaurant Feldschlössli ein zum runden Tisch mit dem Gemeinderat (Beginn 19 Uhr). Die Präsentation des Zusammenschlussvertrags erfolgt am Mittwoch, 5. Juni um 19.30 Uhr im Birkensaal. An der Gemeindeversammlung vom 27. Juni wird sich dann zeigen, ob die emotionale Zurückhaltung, mit der das Zusammenschluss-Projekt gegenwärtig begleitet wird, ein Zeichen der Zustimmung ist oder allenfalls doch ein Hinweis auf Skepsis.

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