Die Zukunft des Sissler Hallenbades bewegt

Mi, 13. Jun. 2018

Überarbeitung des neuen Betriebskonzeptes gefordert

Mit einer Petition wird der Sissler Gemeinderat aufgefordert, offene Fragen zum Hallenbad zu beantworten. Das neue Betriebskonzept des Bades wird auch an der Gemeindeversammlung thematisiert.

Susanne Hörth

Das jährliche Defizit von bis zu 500 000 Franken beim Hallenbad Sisseln will der Gemeinderat mit einem neuen Betriebskonzept auf unter 300 000 Franken senken (die NFZ berichtete). Vorgesehen sind unter anderem getrennte Nutzungen (Vereine, Schulschwimmen und Öffentlichkeit) und höhere Mieten. Die Ankündigung des neuen Konzeptes sorgte schon bald für hohe Wellen, insbesondere bei der SRLG Sektion Fricktal. Für den Verein, der das Bad mehrfach wöchentlich für seine Schwimmkurse und Trainings nutzt, reduziert sich die Benützungszeit deutlich, dafür steigen die Kosten. Um diese tragen zu können, müssen die Mitgliederbeiträge massiv erhöht werden. Der Antrag, den Mitgliederbeitrag von 170 auf neu 400 Franken zu erhöhen, wurde an der sehr emotionalen und langen Generalversammlung des Vereins im April abgelehnt.

Wie die besorgte Mutter eines SLRG-Schwimmschülers gegenüber der NFZ festhält, wolle man – Mitglieder der SLRG, Eltern von Schwimmschülern und sonstige an der Zukunft des Bades Interessierte – an den Sissler Gemeinderat appellieren, das neue Betriebskonzept nochmals zu überarbeiten und die Jugendarbeit nicht durch massiv höhere Hallenbad-Mieten zu gefährden. Eine vor wenigen Tagen gestartete und bereits von 248 (Ziel 500) Personen unterschriebene Petition (openpetition.eu/ch/petition/ online/wir-wollen-schwimmen) greift mehrere Fragen an den Gemeinderat auf. Unter anderem will man von diesem erfahren, wie die mit 22 Schwimmkursen total ausgebuchte SLRG und zusätzliche Vereine auf eine massiv eingeschränkte Benützungszeit verteilt werden sollen. Deutliche Worte finden die Petitionäre auch mit: «Wie geht der Gemeinderat damit um, dass allenfalls Schwimmkurse gestrichen werden müssen und so die Kinder der Möglichkeit, die lebensrettende Fähigkeit Schwimmen zu erlernen, aus finanziellen Überlegungen der Gemeinde Sisseln beraubt werden?» Die Benützungskosten werden nicht nur für die Vereine teurer. Auch die Gemeinden, die das Hallenbad für ihre Schulschwimmen nutzen, werden mehr zahlen müssen.

Wichtige Aufgabe der SLRG
Unabhängig von der Petition erklärt Gemeindeammann Rainer Schaub gegenüber der NFZ, dass sich der Gemeinderat mehrfach mit der SLRG zusammengesetzt und die offenen Themen diskutiert habe. «Wir sind der SLRG im Rahmen unserer Möglichkeiten entgegengekommen.» Damit anerkenne die Gemeinde Sisseln die wichtige Aufgabe der SLRG.

Beim Schulschwimmen präzisiert er, dass es hier keine Einschränkungen und keine neue zeitlichen Regelungen gebe. «Die Konditionen wurden überarbeitet wobei einerseits der Preis pro Schüler steigt, andererseits keine Schwimmaufsicht mehr durch die Gemeinde verrechnet wird.» Die Gemeinden sind über das neue Betriebskonzept informiert. Dazu Schaub: «Selbstverständlich gab es Rückmeldungen und zwischenzeitlich auch Abmeldungen von wenigen Schulen, in der Mehrheit dominiert jedoch das Verständnis für die Konzeptanpassung.»

Diese wird auch Thema an der kommenden Gemeindeversammlung vom 14. Juni sein. Schaub hält dazu fest, dass in den letzten Wochen die Mitarbeitenden, die Schwimmschulen, die SLRG und die Gemeinden mit Schulschwimmen informiert worden seien. An der «Gmeind» werden nun auch die Einwohner orientiert. «So dass dann einheitliche Informationen über Gründe, Modellwechsel und Auswirkungen vorliegen.»

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