Grenzenlos für Geniesser

  02.07.2023 Fricktal

Es muss nicht immer der Furkapass sein: Wer eine kleine, aber genussvolle Velotour unternehmen will, ist hier richtig.

Valentin Zumsteg

Los geht es in der Rheinfelder Marktgasse, genauer gesagt vor dem Haus zur Sonne. Dort ist das Fricktaler Museum untergebracht, das derzeit die Ausstellung «R(h)ein geschaut – Facetten des Lebens am Hochrhein» zeigt. Wer also vor der Praxis ein bisschen Theorie über den Hochrhein möchte, besucht das Museum und steigt erst danach auf den Drahtesel.

Ein Schwumm im Rhein
Einmal im Sattel geht es gemütlich los – und es bleibt gemütlich. Über die Fröschweid fahren wir hinauf Richtung Salmenpark und dort auf dem Radweg westwärts. Eigentlich führt der Weg am lauschigen Salmenweiher vorbei, doch weil derzeit Bauarbeiten im Tun sind, müssen wir einen kleinen Umweg über den Augarten unter die Räder nehmen. Das ist kein Nachteil. Denn hier können wir erstens feststellen, dass diese Siedlung aus den 1970er-Jahren unglaublich grün ist und – zweitens – bietet sich die Gelegenheit, im Zentrum Waldhof eine Fotoausstellung zum Thema «50 Jahre Augarten» zu besuchen (an den Wochenenden bis zum 20. August).

Zurück auf dem Velo geht es Richtung Kaiseraugst: Wir fahren über die Überführung bei der Zollanlage, dann den Augster Stich hinauf. Oben angekommen verlassen wir den geteerten Radweg und radeln vor der Bahnüberführung rechts einen Naturweg (Rheinradweg 2) hinunter. Hier gilt es, ein bisschen Vorsicht walten zu lassen, denn das Weglein ist schmal, teilweise steil und es gibt natürlich auch Gegenverkehr. Im Nu erreichen wir das Dorf Kaiseraugst, wo wir den imposanten Neubau des Alterszentrums Rinau-Park sehen. Kurz danach schieben wir die Velos den Fähriweg hinunter. Wer Lust hat, kann dort das Rad auf die kleine Motorfähre packen und sich so auf die andere Flussseite bringen lassen. Doch das machen wir heute nicht, wir fahren noch ein bisschen weiter durch das Dorfzentrum, am Friedhof vorbei und dann entscheiden wir uns für eine Pause im «Schtrampi Kaiseraugst», zu dem ein Campingplatz gehört. Wir nehmen Platz auf der Terrasse mit Blick auf den Rhein, geniessen einen Kaffee und ein Gipfeli. Spätestens hier setzt das Feriengefühl ein. Campinggäste aus der halben Schweiz und dem Ausland geniessen die schöne Anlage. Wer Badesachen dabei hat, kann ins Becken steigen oder einen Schwumm im Rhein wagen. Beides ist sehr zu empfehlen. Auch wenn wir bislang noch kaum geschwitzt haben, bietet das eine willkommene Abkühlung.

Vögel, Flieger und ein Bächlein
So gestärkt steigen wir wieder auf und fahren weiter. Wir passieren die kleine Ergolz-Brücke und sind damit im Kanton Basel-Landschaft angekommen. Ein Blick auf den Velo-Wegweiser verrät, dass es von hier nur noch 824 Kilometer bis nach Rotterdam oder 1263 Kilometer nach Nantes wären. Doch so weit wollen wir heute nicht, stattdessen fahren wir zum Wasserkraftwerk Augst. Hier befindet sich die oberste Grossschifffahrts-Schleuse am Hochrhein. Wenn ein Schiff kommt, zum Beispiel der Rhystärn der Basler Personenschifffahrts-Gesellschaft, kann man mitverfolgen, wie die Schleuse funktioniert. Das Kraftwerk bietet auch einen Übergang über den Rhein, den wir nehmen. Wir verlassen also die Schweiz und sind in Wyhlen auf deutscher Seite. Hier beim Naturschutzgebiet Altrhein kommen die Hobby-Ornithologen auf ihre Kosten, von verschiedenen Aussichtspunkten aus kann man Flora und Fauna wunderbar beobachten.

Wir pedalen weiter nach Herten. Für Freunde der Aviatik bietet sich ausserhalb des Dorfes ein Besuch beim kleinen Flugplatz an. Wer es lieber ruhig mag, nimmt die kleine Strasse am Friedhof vorbei und dann über das Feld, auf dem der Mattenbach von grossen Pappeln gesäumt wird. Nicht mehr weit und schon sind wir in Badisch Rheinfelden, der Weg führt am Freibad und dem Europa-Stadion vorbei und schliesslich hinunter zum Rhein. Auf der alten Rheinbrücke, welche die beiden Rheinfelden verbindet, machen wir ein letztes Erinnerungsfoto. Dann geht es zurück in die Altstadt von Rheinfelden/Schweiz, wo wir uns zuerst ein spätes Mittagessen und danach noch eine Glace gönnen. Wie gesagt – diese Route ist für Geniesser.


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