Ein Rollmops mit 200 Seiten

  29.11.2022 Bücher, Frick

Fast auf den Tag genau 40 Jahre nach der ersten Sitzung des Arbeitskreises Dorfgeschichte ist am Sonntagabend im Rampartsaal der 14. Band «FRICK – Gestern und Heute» präsentiert worden.

Simone Rufli

Sie ist dick. Dicker als all ihre Vorgängerinnen. «Ein bisschen ein Rollmops», meinte Linus Hüsser, in der Hand die 200 Seiten starke, druckfrische Dorfchronik. Es ist der 14. Band in einer Schriftenreihe, die vor 40 Jahren mit der Archivbereinigung – ihr ist ein eigenes Kapitel gewidmet – durch Heinz Schmid begann. Am Sonntag wurde sein Schaffen von Gemeindeammann Daniel Suter gewürdigt und verdankt. Mit dem neusten Werk verabschiedet sich Heinz Schmid aus dem Arbeitskreis Dorfgeschichte (die NFZ berichtete).

Wirtschaft, Saurier, Seuchen
Der 14. Band wirft einen Blick in die Anfänge der gewerblichen Organisation. Schildert die Entwicklung vom Handwerker- und Gewerbeverein Frick zum Gewerbe Region Frick-Laufenburg, erinnert an die 1897 gegründete, 33 Berufe umfassende Handwerkerschule Frick sowie an die Staffeleggbahn, die es nie gab und deren Projekt in den 1920er Jahren definitiv begraben wurde. Was es hingegen gab, war eine Bierbrauerei in der heutigen Storchen-Apotheke und eine Badstube beim Kino Monti. Ebenfalls keine Erfindung der Neuzeit sind die Seuchen. Wie sie das Leben veränderten, liest sich anhand der Spanischen Grippe von 1918, über die Maul- und Klauenseuche in den 1960er-Jahren bis zu Covid-19 der Gegenwart.

Auch an Grösse mangelt es der neusten Ausgabe nicht: XL – der grösste Plateosaurier aus Frick wird ebenso gewürdigt, wie sein Kollege mit dem zungenbrecherischen Namen Notatesseraeraptor frickensis – zu Deutsch der «Merkmalsmosaikräuber aus Frick». Zum Ausgleich folgt ein Beitrag zur mikroskopisch kleinen Feinstruktur von Saurierknochen. Man erfährt, was Intelligenzblätter waren und dass der Bauboom in Frick keine neuzeitliche Erscheinung ist, sondern seinen Anfang am Ende des Zweiten Weltkriegs mit der Wohnkolonie Dörrmatt nahm. Abgerundet wird das Werk wie gewohnt vom Chronik-Teil mit einer Auswahl von grossen und kleinen Ereignissen in Wort und Bild von Mitte 2018 bis Ende 2021.

Intensiv, aber humorvoll
«Ich habe eine Sitzungsallergie», gestand Linus Hüsser, der das Publikum im Rampartsaal auf den Streifzug durch den Inhalt mitnahm. Und an den abtretenden Heinz Schmid gerichtet, der zuvor die Entwicklung des Fricker Kulturangebots gewürdigt hatte: «Eine Allergie, die bei Sitzungen des Arbeitskreises nie ein Problem war und das lag sicher auch an Dir.» Die wenigen Anekdoten, die Daniel Suter dann aus dem Protokoll des Arbeitskreises vortrug, zeugten von intensiven, aber humorvollen Sitzungen. Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von Marlene Nothstein, Yvain Holmann und deren Musiklehrerin Ursula Rohrer von der Musikschule Frick.

Neben Heinz Schmid wurden an der Vernissage auch Werner Fasolin und Kurt Schmid aus dem Arbeitskreis Dorfgeschichte verabschiedet. Neu in die gemeinderätliche Kommission aufgenommen wurden Nathalie Vogt, Franz Wülser und Simone Rufli. FRICK – Gestern und Heute, Nr. 14/2022, zu kaufen am Stand des Arbeitskreises Dorfgeschichte am Weihnachtsmarkt in Frick (3. Dezember), bei der Buchhandlung Letra und auf der Gemeindeverwaltung in Frick. – Die Autoren: Dr. Linus Hüsser, Heinz Schmid, Franziska Bircher, Werner Fasolin, Geri Hirt, Heinz Schmid, Dr. Andrea Oettl, Marion Zahner, Dr. Isidor Bürgi, Dr. Rainer F. Foelix, Prof. Dr. Torsten M. Scheyer, Dr. Nicole Klein. – Die Bände 1 bis 13 der Dorfchronik sind dank der ETH-Bibliothek auf www.e-periodica.ch online verfügbar.

Der direkte Link zu den bisher erschienenen 13 Bänden: https://bit.ly/FrickGesternundHeute


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