«Eine Fusion ist derzeit kein Thema»

Sa, 14. Apr. 2018

Bilanz nach 100 Tagen: der Zuzger Gemeindeammann Daniel Hollinger

Seit Anfang Jahr ist Daniel Hollinger Gemeindeammann von Zuzgen. Er rechnet damit, dass die Gemeinde in zwei bis drei Jahren 1000 Einwohner zählen wird.

Valentin Zumsteg

NFZ: Herr Hollinger, seit gut 100 Tagen sind Sie Gemeindeammann von Zuzgen. Ist der Start geglückt?
Daniel Hollinger:
Ja, ich denke schon. Der neu zusammengesetzte Gemeinderat ist gut gestartet. Wir haben mit einem neuen System der elektronischen Geschäftsverwaltung begonnen, das es uns erlaubt, die Akten digital zu lesen und die Geschäfte digital vorzubereiten. So können wir die Gemeinderats-Sitzungen speditiv durchführen. Das hat sich bewährt.

Sie waren zuvor vier Jahre lang Gemeinderat, jetzt sind Sie Gemeindeammann. Was hat Sie im neuen Amt überrascht?
Überrascht hat mich die Fülle der Aufgaben, mit der ein Gemeindeammann konfrontiert wird. Als Gemeindeammann bin ich Bezugsperson bei vielen Anliegen. Ich schätze, dass mein Zeitaufwand für das Amt bei 20 bis 30 Prozent liegen wird.

Gab es schon schlaflose Nächte?
Nein, das hat es noch nicht gegeben. Wir haben gute Leute auf der Verwaltung, die das operative Geschäft abwickeln. Es gibt keinen Grund für schlaflose Nächte wegen des Amtes.

Zuzgen ist eine kleine Gemeinde mit einer kleinen Verwaltung. Wie stark muss da der Gemeindeammann selber operativ tätig werden?
Das ist nur ein kleiner Teil. Den Hauptteil macht die Verwaltung. Es kann aber vorkommen, dass der Gemeinderat Kontrollen im Bauwesen durchführt. Es ist aber auch wichtig, dass ich mich als Gemeindeammann regelmässig im Dorf zeige.

Ihr Vorgänger Heinz Kim war 16 Jahre im Amt und eine prägende Figur. Was wollen Sie anders machen als er?
Grundsätzlich will ich nicht viel anders machen. Als Gemeinderat habe ich mit ihm in den vergangenen vier Jahren sehr gut zusammengearbeitet. Er hat mich in dieser Beziehung sogar ein bisschen geprägt. Ich trete gerne in seine Fussstapfen. Ich denke aber, dass ich einen etwas anderen Führungsstil habe; vielleicht etwas kollegialer.

Was beschäftigt Sie derzeit am stärksten?
Aktuell läuft die Planung für die Erschliessung Leigrabe. Mittelfristig wollen wir die Lohberg-Strasse sanieren und dort eine Kurve ausbauen, um die Sicherheit zu erhöhen. Was uns zunehmend beschäftigt, sind Sozialfälle. Die Zahlen steigen auch in Zuzgen. Die Situation ist nicht besorgniserregend, aber für eine kleine Gemeinde wie Zuzgen sind höhere Ausgaben schnell belastend.

Zuzgen hat heute rund 890 Einwohner. Wie soll sich die Gemeinde entwickeln?
Grundsätzlich streben wir ein stetiges, aber moderates Wachstum an. Das ist auch für die Schule wichtig, damit wir die nötigen Zahlen erreichen.

Wann zählt Zuzgen 1000 Einwohner?
Ich wünsche mir einen Zuwachs von rund fünf Prozent pro Jahr, das wäre gut. In zwei bis drei Jahren käme Zuzgen somit auf 1000 Einwohner. Ich denke, das ist realistisch. Im Gebiet Raus ist eine Überbauung in Planung. Dort könnten künftig Familien hinziehen. Derzeit wird der Gestaltungsplan erarbeitet.

Wie lange kann Zuzgen die Primarschule noch halten?

Ich glaube, dass wir die Schule auch in den kommenden Jahren behalten können. Wir werden die Zusammenarbeit mit den Gemeinden Hellikon und Wegenstetten aber vertiefen müssen. Es kann sein, dass einige Klassen künftig nicht mehr in Zuzgen unterrichtet werden.

Wie sehen Sie die Zukunft von Zuzgen? Wird es in absehbarer Zeit zu einer Fusion mit Nachbargemeinden kommen?
Eine Fusion ist derzeit kein Thema. Wir werden aber sicher die Zusammenarbeit mit den Gemeinden im Tal weiter ausbauen. Insgesamt ist die Gemeinde Zuzgen für die Zukunft gut aufgestellt. Die Einwohner fühlen sich wohl im Dorf, so ist mein Eindruck. Eine Fusion sehe ich nicht. Ich persönlich bin aber kein Gegner von Fusionen. Ich bin offen in dieser Frage. Ein Zusammenschluss muss aber für alle akzeptabel sein.


Daniel Hollinger
Der Parteilose Daniel Hollinger gehört dem Gemeinderat von Zuzgen seit 2014 an. Der 57-Jährige arbeitet als Leiter Patientenabrechnung bei der Reha Rheinfelden. In seiner Freizeit engagiert er sich für die Theaterbühne des Turnvereins Zuzgen und er ist Mitglied der Männerriege. (vzu)

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