Das Fahrrad in der Schulstube

| Do, 15. Feb. 2018

Emanuel  Hüsler und Olivier Senn besuchten die Kreisschule Regio Laufenburg, um der Schüler- und Lehrerschaft die Ereignisse rund um den Tour de Suisse-Etappenort am 11. und 12. Juni näherzubringen. Ein spannender Hintergrundbericht mit vielen Zahlen, gepaart mit der Geschichte des Fahrrades.

Von Urs Ammann

In der Aula begrüsste die Schulleitung die beiden Referenten, die sich schon vor geraumer Zeit bei den Verantwortlichen gemeldet hatten, um ihr Projekt «Etappenort Gansingen» vorzustellen, das wiederum der Höhepunkt des Jubiläumsanlasses «100 Jahre VMC Gansingen» werden wird. Zuerst ging Emanuel Hüsler, der OK-Präsident des Etappenortes Gansingen, auf die Geschichte des Fahrrades ein, das mit der Laufmaschine von Freiherr von Drais 1817 seinen Siegeszug antrat. Nach dem Hochrad (in etwa 1879), dem ersten Klapprad (1897), kamen dann die ersten Fahrräder auf den Markt.

1918, am Ende des ersten Weltkrieges, gründeten dreizehn Gansinger einen Veloclub. Ein Jahr später traten sie den Schweizerischen Radfahrerbund bei, und man beschloss auch die Galter eintreten zu lassen. 1930 wurde beschlossen, einen Fahnenkasten zu bauen, wobei eine eigene Fahne noch fehlte...

1934 beschloss man dann, die besagte Fahne zu kaufen, und ein Fest zu machen. Der Tour de Suisse wurde ein Sponsoringbetrag von fünf Franken überwiesen. 1958 wurde das erste Radquer organisiert, 1963 das erste Strassenrennen. Der damalige Reingewinn wurde zu Gunsten der Schulreiseklasse gespendet. Beim Clubrennen (erstmals Saurennen) wurden als Preise ein Schwein gespendet, was noch heute so gemacht wird.

1968, anlässlich des Jubiläums, wurde ein Auto als Tombolagewinn organisiert. 1979 wurde die erste Radsportschule gegründet, die unzählige Siege im internationalen, nationalen und regionalen Rahmen einfuhr. Elf Jahre später wurden die ersten Frauen im Verein aufgenommen. 1993 wurde eine neue Fahne von den hundert Aktivmitgliedern angeschafft. In diesem Zeitabschnitt wurde der VMC Gansingen Vize-Schweizer Meister im Mannschaftsfahren, zwei Jahre später Bronzemedaillengewinner.

1997 organisierten die Gansinger den ersten GP Oberes Fricktal, 2000 und 2008 die Schweizermeisterschaft der Profis in Gansingen. Im Jahre 2012 wurde Gansingen zum ersten Mal Etappenort der Tour de Suisse.

 

Viele Helfer und viel Material

Im zweiten Teil seiner Ausführungen beantwortete Emanuel Hüsler die Frage, was überhaupt ein Etappenort zu leisten hat. Das OK besteht aus siebzehn Mitgliedern. Für den Start werden  ein Platz von zwanzig Aren , 400 Parkplätze für Offizielle, 100 Absperrgitter, sechs Elektrokasten, drei (Ab-)wasseran-schlüsse, zwei Mulden für den Abfall, ein Hubstapler, eine Startlinie und eine Show benötigt und – natürlich – ganz viele Helfer.

Für das Ziel wird ein Platz von 30 Aren, ein VIP-Zelt von 5 Aren Grösse, 500 Parkplätze für Offizielle, 200 Absperrgitter, zwanzig bis dreissig Sponsorenzelte, sechs Elektrokasten, sechs Elektrokasten, drei (Ab-)wasseran-schlüsse, zwei Mulden für den Abfall, ein Hubstapler, eine Ziellinie und ein Pressecenter für etwa achtzig Arbeitsplätze  benötigt und – natürlich – ganz viele Helfer.

 

Der Generaldirektor des viert grössten Radrennens der Welt

Olivier Senn stellte dann in seiner Funktion als Generaldirektor die Tour de Suisse näher vor: 1933 wurde sie das erste Mal ausgetragen (heuer die 83. Austragung). Prominente Gewinner finden sich in der Historie, Fahrer wie Gino Bartali, Eddy Merckx oder Fabian Cancellara. Die Schweiz stellt mit siebzehn Siegern die beste Nation. 173 verschiedene Leadertrikotträger aus zwanzig Nationen wurden ausgezeichnet. 416 verschiedenen Etappensieger wurden ausgezeichnet (13 Siege Peter Sagan, je 11 Siege für Fabian Cancellara, Hugo Koblet und Ferdinand Kübler).

Drei Direktoren, 25 Bereichsleiter und rund 250 Helfer ermöglichen die Organisation der Tour de Suisse, die eben viel mehr ist als «nur» ein Radrennen. Rund ein Million Zuschauer säumen den Strassenrand. Dies wird von einem Tross von rund vierzig Werbefahrzeugen genutzt. Rund 6000 VIP-Gäste werden abwechslungsreich und hochstehend verpflegt. Achtzehn VIP-Fahrzeuge sind im Einsatz. Viel Aufwand wird aber auch für die Amateursportler (TdS-Challenge) und die Familien, Kinder und Jugendliche (Kids World) geleistet.

 

Budget von sieben Millionen Franken

Dies alles wird mit einem Budget von sieben Millionen Franken gestemmt (475 000 Franken Personalkosten (Bereichsleiter und Staff); allein die Staffbekleidung kostet 100 000 Franken. Rund 55 000 Franken an Benzinkosten werden ausgegeben. 10 000 Hotelübernachtungen schlagen mit rund 560 000 Franken Kosten zu Buche. Rund 300 000 Franken kosten die Bewilligung- und Polizeikosten.

3 500 Lunchpakete werden zubereitet, 2800 Arbeitsstunden im Catering-Bereich geleistet. 400 Medienvertreter müssen mit Informationen versehen werden. Olivier Senn betonte, dass die Organisation innovativ, volksnah, unterhaltsam und professionell sein will. Ihr ist auch wichtig, dass es für jeden Ort ein «Muss» sein sollte, Etappenort zu sein. Daher wurden die Anforderungen reduziert. Sowohl für den Etappenort, als auch für die Tour de Suisse soll das Ereignis «etwas» bringen. Auf jeden Fall soll die Tour de Suisse ein Volksfest sein: es soll den ganzen Tag Unterhaltung und Abwechslung bieten.

 

Musikstars gesucht…

Gegen Ende liess sich Olivier Senn auch ein bisschen in die Karten blicken, als es darum ging, neue Ideen zu spüren. Das Velofahren  soll im Zentrum bleiben, aber eventuell in einem spannenderen Umfeld stattfinden (Nachtprolog, Jagdrennen an der letzten Etappe, attraktive Stadtrundkurse, coole Teampräsentationen...). Gesucht werden auch Musikstars, welche die Tour de Suisse begleiten.

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