Endstation Schaffhausen

| Mi, 18. Okt. 2017

Möhlin verliert Cup-Viertelfinal zuhause gegen die Kadetten.

Das Top-Duell zwischen NLB-Leader Möhlin und NLA-Dominator Kadetten Schaffhausen entschied Letzterer souverän für sich. Die favorisierten Gäste gewannen in der ausverkauften Steinlihalle mit 34:22 (15:8).

Nach dem Abpfiff gab sich Maurice Meier selbstkritisch und bedauerte einige weniger gut gelungene Aktionen seiner Mannschaft. Der Defensivspezialist überzeugte jedoch in der 25. und 27. Spielminute mit zwei spektakulären Treffern zum 7:12 und 8:13. Und Meier war massgeblich für den präsenten Mittelblock der Möhliner Abwehr verantwortlich. Die Kadetten fanden so nicht immer zu gradlinigen Aktionen zum Tor. Die Munotstädter trainieren bis zu zweimal am Tag und verfügen über einen ausgewiesenen Kader. So konnte Trainer Peter Kukucka munter Stammspieler ein- und auswechseln, obwohl zum Beispiel Lucas Meister (Kreis), Luka Maros (Rückraum) oder Nikola Cvjietic (Flügel) verletzungsbedingt die Partie von der Tribüne verfolgen mussten. Kukucka brachte nicht etwa die zweite Garde, sondern liess namhafte Spieler wie Gabor Csaszar als Regisseur, Manuel Liniger, Johan Koch, Pouya Norouzinezhad, Dimitrij Küttel oder Andrija Pendic auflaufen.

Auf dem Zahnfleisch
Gastgeber Möhlin wurde von einem begeisterten Publikum und dem Trommeltakt der Greenhornets aus Thun unterstützt und jedes heimische Tor wurde frenetisch umjubelt. Das Team um Zoltan Cordas lief nach den vergangenen siegreichen Meisterschaftspartien buchstäblich auf dem Zahnfleisch. Captain Sebastian Kaiser versuchte mutig zu kämpfen, suchte das Eins gegen Eins, hatte aber einen schweren Stand gegen die physische Dominanz und die Agilität der Gäste. Spielstand nach einer Viertelstunde: 4:9. Manuel Csebits markierte das 5:9 und Manuel Liniger traf danach vom Siebenmeterpunkt, nachdem Rok Jelovcan seinen Wurf zuvor, nach einem ärgerlichen heimischen Ballverlust, pariert hatte (in 13. beim 4:6). Jelovcan hatte eine schwierige Aufgabe, besonders dann, wenn die Kadetten frei zum Abschluss kamen. Da offenbarte sich die Klasse des Meisters und insbesondere die des Rückraumstars Gabor Csaszar. Wie er seine Würfe aus dem Nichts ins Netz zauberte war beeindruckend. Das Halbzeitresultat von 15:8 widerspiegelte die Kräfteverhältnisse im heutigen Cupspiel.

Zweite Hälfte
Danach brauchten beide Teams länger, bis sie in die Gänge kamen. Die Kadetten wechselten sich im Tore-Werfen ab, derweil Karlo Ladan mehr Verantwortung am Kreis übernahm und schliesslich fünf Treffer gutschreiben konnte. Ebenfalls fünf Zähler sicherte sich Mischa Wirthlin, welcher nach einem perfekten Pass von Florian Doormann zum 15:24 (48.) einnetzte und zuvor mit einem Weitschuss aufs leere Kadetten-Tor brillierte. Danach überzeugte Ersatzspieler Sandro Caminada vom Flügel und überlistete Ivan Stevanovic zwischen den Pfosten. Als Nicolas Bamert für Jelovcan die letzten fünf Minuten übernahm und den Penalty von Andrija Pendic in der 56. Minute kaltblütig ins Out beförderte, geriet das Publikum erneut in Ekstase. Auch der darauffolgende verwertete Siebenmeter des erst sechzehnjährigen Fabian Ceppi entlockte wahre Begeisterungsstürme von den Rängen. Und dass die Emotionen nicht nur auf den gefüllten Rängen wellenweise hoch kochten, zeigte sich vor dem Ende, als Florian Wirthlin und Johan Koch aneinandergerieten und mit Rot des Platzes verwiesen wurden. Insgesamt eine Niederlage, mit der Möhlin leben kann und was bleibt: Ein tolles Publikum, eine fantastische Handballstimmung und ein faszinierender Gegner, der den Cup-Viertelfinal verdient gewonnen hat. (mgt)

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