«Die Nachfrage für hindernisfreies Wohnen ist gesättigt»

| Sa, 20. Mai. 2017

Nicht nur das Altern der sogenannten Baby-Boomer Generation machte das Thema «Wohnen im Alter» in den letzten Jahren zu einem Dauerbrennen auf kantonaler wie auch auf kommunaler politischer Ebene. Im heutigen Fokus beleuchtet die NFZ dieses Thema in Bezug auf das Fricktal.

von Daniela Leimgruber

Eine Umfrage des Kanton Aargaus zeigt, dass 48 Prozent der Gemeinden im Kanton ein Angebot im Bereich «Wohnen im Alter» vorweisen können. Dieses Bild präsentiert sich auch im Fricktal. Eine Umfrage der NFZ zeigt, dass das Thema «Wohnen im Alter» fast überall präsent ist. «Das Thema ‘Wohnen im Alter’ ist seit einigen Jahren ein grosses Thema geworden, da eine grosse Generation an Menschen in das entsprechende Alter kommt und weil diese Gruppierung weiss, wie man politische Themen einfordert», erklärt Andre Rotzetter, Geschäftsführer des Vereins für Altersbetreuung im Oberen Fricktal (VAOF) die aktuelle Situation.

113 000 Menschen im Kanton Aargau sind über 65 Jahre alt

Wohnen im Alter ist für die kommunale Politik ein wichtiges Thema. Denn mit steigendem Alter nimmt Wohnen immer einen grösseren Stellenwert ein. Zum anderen können gute Angebote von altersgerechten Wohnungen in den Gemeinden Heimeintritte verzögern oder sogar verhindern. Viele Gemeinden mögen sich auch mit dem Hintergedanken, alte Menschen als gute Steuerzahler in den Gemeinden zu behalten, um Angebote im Bereich «Wohnen im Alter» kümmern. Dieser Überlegung widerspricht jedoch Andre Rotzetter: «Die Gesundheitskosten, welche für die Gemeinden aufgrund von betagten älteren Menschen anfallen, sind in etwa gleich hoch, wie die von ihnen bezahlten Steuergelder.»

Dank Zuwanderung, der Ausdehnung der Lebenserwartung und der Baby-Boomer Generation (1940-1965), welche nun oder in den nächsten Jahren ins Rentenalter kommt, gibt es einen starken Zuwachs an alten Menschen in unserer Generation. Dies zeigt auch ein Blick in die Statistik: Ende Jahr 2016 waren von den rund 660 000 Einwohnern im Kanton Aargau rund 17 Prozent über 65 Jahre alt. Dies entspricht rund 113 000 Menschen. Zum Vergleich: 2010 zählte der Kanton rund 95'000 Personen über 65 Jahren. Gemäss Bevölkerungsprognose 2013 ist zu erwarten, dass 2035 bereits 196 000 über 65-Jährige im Kanton Aargau leben werden.

Münchwilen, Zeihen und Mettauertal klären Bedürfnislage ab

Aktuell stecken verschiedene Gemeinden im Fricktal, respektive entsprechende Gruppierungen, mitten in Bedürfnisabklärungen und Meinungsumfragen zum Thema «Wohnen im Alter». So besteht in der Gemeinde Münchwilen beispielweise die Idee von «Wohnen im Stöckli». Lanciert von einer Wohnbaugenossenschaft, fand Ende April eine Informationsveranstaltung für die Bevölkerung statt. Der Gemeinderat erachtet das Projekt als sehr interessant und lancierte in den letzten Tagen eine Umfrage, um die Bedürfnisse und Meinungen einzuholen. «Vor wenigen Jahren wurde bei den Einwohnern diesbezüglich eine Bedarfsumfrage durchgeführt. Das Interesse an einem derartigen Projekt war jedoch eher verhalten.», blickt Frau Vize-Gemeindeammann Sabrina Keller ein paar Jahre zurück. Wie das Interesse heute ausfällt, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Ähnlich läuft in der Gemeinde Zeihen zurzeit eine Bedürfnisabklärung, welche ebenfalls von der Gemeinde in Zusammenarbeit mit einer Wohnbaugenossenschaft durchgeführt wird. Auch in der Gemeinde Mettauertal laufen sowohl auf Seiten der Gemeinde, wie auch auf Seiten von privaten Investoren Abklärungen in Bezug auf Bauprojekte für ein Angebot im Bereich «Wohnen im Alter». Die drei Gemeinden sind bei weitem nicht die einzigen im Fricktal.

 

Ganzer Artikel in der abonnierten Print- und Online-Ausgabe der NFZ am Freitag

 

Kommentare

In Münchwilen 14 freie behindertengerechte Wohnungen,die Miete auch nicht höher,als wenn noch ein paar Sesselfurzer mitreden.Niemand wird da investieren.
Es geht einzig und allein um den Alten auch noch etwas aufzuschwatzen.Es hat genug Wohnungen.Die Neuerstellten alle Behindertengerecht.Aber was will jemand mit Mieten von bis 2000.-Fr.wenn die Ergänzungsleistungen bei 1100.-Fr enden.

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