Eine Reise durch die neue Welt

| Do, 12. Jan. 2017

In seinem Bühnenprogramm «Matterhorn Mojito» reflektiert der Schweizer Kabarettist Lorenz Keiser den Zeitgeist. Die Themenvielfalt reicht von der Flüchtlingsproblematik über Lebensmittel-Unverträglichkeiten, die Schweizer Anpassungsfähigkeit bis zum Altwerden.

Von Janine Tschopp

Black. Das Publikum sieht rein gar nichts. Zu hören sind spezielle afrikanische Rhythmen. «Jemand hat über Nacht die Welt ausgewechselt», meint der Kabarettist in dem Moment, als das Licht angeht. Älplermagronen seien passé, das war die alte Welt. Die neue Welt sei eine Mischung zwischen Barcelona und Miami. Aktuell gebe es Matterhorn Mojito für 18 Franken. Lorenz Keiser lädt das Publikum ein zu einem «satirischen Apéro» und nimmt es mit auf eine Reise hinaus in die völlig neue Welt.

Die Einladung am Samstag – eine Herausforderung

Marie-Claire hat Lactose-Intoleranz, Carmela isst nur vegetarisch, Betty glutenfrei und «Hamme», eigentlich Abraham, sollte aufgrund seiner jüdischen Herkunft kein Schweinefleisch essen. Zudem ist Pit allergisch auf Erdbeeren und Nüsse. Der Gastgeber ist verzweifelt. Er hat keine Ahnung, was er seinen Gästen am Samstag vorsetzen soll. Die neue Welt teilt er in eine «essende Klasse» und ein «Vegetariat» ein. Nach vielen Überlegungen und Diskussionen mit seiner Frau Lea serviert er den Gästen schliesslich Sojabraten im Hirsemantel mit Spargelspitzen. Mit den Gästen empfängt das Ehepaar auch noch einen neuen Mitbewohner. Zu seiner Überraschung hat seine Frau organisiert, dass Hamassa, der nigerianische Asylsuchende, in ihrer Wohnung untergebracht wird.

Inspiriert durch die Welt, in der wir leben

Themen, die die Welt aus seiner Sicht derzeit beschäftigen, haben Lorenz Keiser für sein neues Bühnenprogramm «Matterhorn Mojito» inspiriert. «Vor fünf Jahren sprach noch niemand über Lebensmittel-Allergien», erklärt der Kabarettist gegenüber der NFZ. Ein weiteres Hauptthema ist die Flüchtlingskrise. «Als ich im Herbst 2015 begonnen habe, das neue Programm zu schreiben, hätte ich nicht gedacht, dass das Flüchtlingsthema zum heutigen Zeitpunkt so hochaktuell ist», verrät Keiser.

Bei der Vorpremiere in Frick am Montagabend zeigte der Kabarettist während zwei Stunden eine unglaubliche Bühnenpräsenz. Phasenweise schlüpfte er innert kürzester Zeit von einer Rolle in die andere, sprach als Carmela Italienisch, als Pit Deutsch mit holländischem Akzent oder als Herr Sarasin, der die Angestellte des Call-Centers wahnsinnig macht, einen hochgestochenen Basler Dialekt. Das Publikum belohnte den Künstler mit vielen Lachern und am Ende der Vorstellung mit einem intensiven und langen Applaus.

«Matterhorn Mojito» tourt durch die Schweiz

Nach insgesamt zehn Vorpremieren feiert Lorenz Keiser am 25. Januar im Theater am Hechtplatz in Zürich Premiere. Anschliessend ist er mit «Matterhorn Mojito» bis im Frühjahr 2018 auf Tour. Informationen unter lorenzkeiser.ch.

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