«In jedem Fall eine grosse Herausforderung»
24.05.2026 FricktalGemeindeammann Daniel Suter zum Stand bei Fricks Grossprojekten
Am Montag präsentierte der Gemeinderat die Ziele für die laufende Amtsperiode (vgl. NFZ vom 19. Mai). Aufhorchen liessen dabei die Aussagen zu Hallenbad und Mehrzweckhalle. Die NFZ fragte beim Gemeindeammann ...
Gemeindeammann Daniel Suter zum Stand bei Fricks Grossprojekten
Am Montag präsentierte der Gemeinderat die Ziele für die laufende Amtsperiode (vgl. NFZ vom 19. Mai). Aufhorchen liessen dabei die Aussagen zu Hallenbad und Mehrzweckhalle. Die NFZ fragte beim Gemeindeammann nach.
Simone Rufli
NFZ: Weil die hohen Kosten, die eine Sanierung mit sich brächte, in keinem Verhältnis zu den zu gewinnenden zusätzlichen Betriebsjahren stehen würden, bevorzugt der Gemeinderat den Ersatzneubau des Hallenbads – und zwar mit finanzieller Beteiligung der umliegenden Gemeinden. Das erstaunt, denn diese Idee ist nicht neu. Bisher aber hat es immer geheissen, es sei reines Wunschdenken, die umliegenden Gemeinden zu einer finanziellen Beteiligung bewegen zu können. Was hat sich an der Situation geändert? Daniel Suter: An der Situation hat sich nichts geändert. Im Partizipationsprozess wurde aber deutlich, dass die Bevölkerung es als ungerecht empfindet, wenn die finanzielle Last des Hallenbads nur von der Gemeinde Frick zu tragen ist und zugleich die ganze Region profitiert. Der Gemeinderat nimmt dies ernst. Ob es letztlich gelingt, eine regionale Finanzierung zustande zu bringen, ist zum heutigen Zeitpunkt völlig offen und auf jeden Fall eine grosse Herausforderung.
In den Legislaturzielen war auch zu lesen, dass der Gemeinderat beim Hallenbad ein koordiniertes Vorgehen mit dem Kanton anstrebt. Warum gerade jetzt?
Seit letztem Jahr gilt im Aargau ein neues Sportgesetz. Das Gesetz sieht vor, dass Kanton und Gemeinden gemeinsam für die regionale Koordination der Sportinfrastrukturen sorgen. Zudem kann der Kanton den Bau, den Betrieb und die Nutzung von Sportanlagen in nicht kommerziellen Bereichen finanziell unterstützen. Aus diesem Grund wird ein Vorgehen, das mit dem Kanton koordiniert ist, angestrebt.
Der entscheidende Punkt bleibt aber die regionale Finanzierung.
Gibt es einen Plan B falls es damit nicht klappt?
Ob mit oder ohne regionale Finanzierung: Die Fricker Stimmberechtigten sind kompetent, Kredite für die Projektierung und den Bau zu genehmigen oder nicht. Die Chancen, für ein neues Hallenbad politische Mehrheiten zu erzielen, steigen aber sicher mit einer regionalen Finanzierung.
Um die finanzielle Last, verursacht durch die Grossprojekte, zu denen auch die Weiterentwicklung des Bahnhofs gehört, zu verteilen, wird die Planung der neuen Mehrzweckhalle auf die nächste Legislatur hinausgeschoben, also in die 2030er-Jahre. Geht das ohne Sanierungsmassnahmen an der bestehenden Halle?
Aktuell besteht bei der Mehrzweckhalle kein akuter Sanierungsbedarf, der die Nutzung der Halle in Frage stellen würde. Der jeweilige Unterhaltsbedarf wird von Jahr zu Jahr erhoben, wobei der Grundsatz gilt, so wenig wie möglich und nur so viel wie unbedingt nötig zu investieren. Es ist jedoch ein offenes Geheimnis, dass das Gebäude aus dem Jahr 1958 am Ende seiner Lebensdauer steht und nicht mehr den aktuellen Standards genügt, ganz besonders auch in energetischer Hinsicht.
Aufhorchen lässt in diesem Zusammenhang, dass der Bedarf an Schulräumen und die ganze Schulraumplanung noch einmal überprüft werden soll.
Der Projektierungskredit für den Ersatzneubau einer Mehrzweckhalle mit Schulräumen wurde im letzten September an der Referendumsabstimmung deutlich abgelehnt. Im Vorfeld der Abstimmung wurde deutlich, dass ein Teil der Bevölkerung in Frage stellte, ob der geplante Schulraum tatsächlich nötig sei. Der Gemeinderat prüft deshalb zusammen mit den Schulleitungen auf der Basis der vorhandenen Planunterlagen den Bedarf an Schulräumen noch einmal ergebnisoffen.
Für die Tagesstrukturen, die bei der Betreuung und beim Mittagstisch aus räumlichen Gründen schon jetzt nicht weiter wachsen können, ist das eine schwierige Situation.
Das Raumangebot für Tagesstrukturen und Mittagstisch ist prekär, dessen sind wir uns bewusst. Indem der Ersatzneubau der Mehrzweckhalle verschoben wird, rücken auch räumliche Lösungen für Tagesstrukturen und Mittagstisch in weite Ferne. Der Gemeinderat möchte daher unabhängig vom Neubauprojekt einer Mehrzweckhalle prüfen, welche Möglichkeiten es gibt, um Entlastung bieten zu können. Dazu gehören auch Provisorien.
Gibt es dazu schon konkrete Ideen?
Nein. Aktuell bestehen noch keine konkreten Lösungsansätze dafür. Es handelt sich erst um ein Legislaturziel.


