Im kleinen Kreis

  22.06.2023 Frick, Sport

Squashclub Fricktal meldet neu nur noch ein Frauen-Team in der NLA

Nur drei Squasherinnen haben zugesagt, wenn immer möglich für den Squashclub Fricktal in der Nationalliga A zu spielen. Das hat Folgen.

Stefan Kleiser

Die Liste ist lang. Es ist die Sammlung der Namen all jener Spielerinnen, die nicht mehr für den Squashclub Fricktal in der Nationalliga A antreten werden, bloss noch ab und zu im Court stehen möchten oder nicht immer zur Verfügung stehen können. «Wir sind drei bis zehn Spielerinnen», fasst Nadia Pfister, die beste Squasherin des Vereins, die schwierige Planung zusammen. Der Club wird daher nicht mehr zwei Frauen-Teams in der höchsten Liga stellen.

Caroline Bachem, die Nummer 5 des Schweizer Rankings, wird höchstens in ihrem Stammclub Winterthur bei den Männern mittun. «Es geht mir dabei um die Vereinbarkeit mit meinen anderweitigen Verpflichtungen», erklärt sie. Jasmin Ballmann, auch sie Top-Ten-Squasherin, berichtet, sie schliesse im Oktober ihre Ausbildung zur Physiotherapeutin ab. «Daher möchte ich mich einerseits auf meine Prüfungen konzentrieren und andererseits zuerst mal in meinem neuen Beruf ankommen.»

Nur Frauen für ein Team
Nadine Frey wird im September zum zweiten Mal Mutter, Melanie Amrein wechselt nach Zürich ins neue Team von GC, für das sie früher auch schon einmal angetreten war, Beatrice Walser ist zurückgetreten. So bleiben in Frick nicht genug Spielerinnen für zwei Teams. Bereits letzte Saison war die Besetzung knapp. Dass die Meisterschaft seit 2020 an Wochenenden mit mehreren Partien ausgetragen wird und nicht mehr in Einzelrunden unter der Woche, hat nicht zu mehr Squasherinnen geführt, die in der Nationalliga A immer dabei sind. Zuweilen fehlen selbst die ambitionierten Aushängeschilder. So liess auch Nadia Pfister, Captain des Teams Gigantos Fricktal, zuletzt Matches aus. Sie hat Squash zum Beruf gemacht und spielt auch Turniere im Ausland. Ende März verzichtete sie auf die Teilnahme an den Playoffs der NLA-Meisterschaft und kämpfte stattdessen an einem Bronze-Event der World Tour in Toronto um Punkte für die Weltrangliste, in der sie Position 67 belegt. «Ich brauchte die Bronze-Punkte unbedingt.» Um Chancen auf die Qualifikation für die grossen Turniere zu haben.

Auch das Team Artemis Fricktal bestritt die Playoffs nicht in bester Besetzung. Weil die Nummern zwei und drei, Astrid Reimer-Kern und Jasmin Ballmann, beide in den Top Ten der Schweiz klassiert sind, durfte im Halbfinal nur eine von ihnen antreten. Im Final war es genauso. Prompt ging das Endspiel verloren. Im Europacup musste Gigantos Fricktal vor einem Jahr mit Nathalie Plain sogar auf eine Spielerin zurückgreifen, die wegen Knieproblemen zurückgetreten war. Doch Pfister, Amrein und Plain überraschten mit einem tollen dritten Platz.

Fixe Zusagen? Bloss drei
Wer bis jetzt fix zugesagt hat, wann immer es geht in der Nationalliga A der Frauen anzutreten? Vom bisherigen Team Gigantos Fricktal Nadia Pfister und Zorana Krnetic. Und von Artemis Alina Habegger. Und Nathalie Vogel, wenn sie dann keinen Racketlon-Wettkampf hat. «Mit dem anderen Team zusammen, wenn dann doch alle spielen, die höchstens Ersatzspielerinnen sein wollen, wären wir etwa zehn», sagt Pfister. Und darum gibt es in der nächsten Saison nur noch ein Frauen-Team aus dem SC Fricktal. Immerhin: Es wird stark besetzt sein – bei so vielen guten Vielleicht-Spielerinnen.


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