So macht Schule Spass: Fussballschule

  15.10.2021 Frick, Schule

Nach einer Woche Training ist heute WM

92 Fussball-begeisterte Kinder im Alter zwischen sechs und fünfzehn Jahren trainieren seit Montag auf der Sportanlage Ebnet in Frick. Heute Freitag findet zum Abschluss ein Mini-WM-Turnier statt. Publikum ist willkommen.

Simone Rufli

In diesem Fussball-Camp sind alle gleich. Mit dem Überziehen des Einheitsdress’ verschwinden die Unterschiede zwischen Anfängern und Fortgeschrittenen. Nicht der Spitzensport, sondern das sportliche Erlebnis im Sinne einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung steht auf der Fahne des Organisators. Und wenn die Kinder dann willkürlich gemischt auf dem Platz stehen, zählt nichts mehr als die gemeinsame Freude am Fussball. Eine Freude, die nicht mal ein finanzieller Engpass im Budget der Eltern trüben soll. Ein Förderverein, so verspricht der Organisator, springt ein, wo der Camp-Beitrag nicht aufgebracht werden kann.

Hinter dem Event, der heute Freitag auf der Sportanlage Ebnet mit dem Mini-WM-Turnier seinen Höhepunkt erreicht, steht MS Sports. Ein Organisator, der, unterstützt durch eine Reihe namhafter Sponsoren, allein im Bereich Fussball schweizweit 95 Camps durchführt. Eines davon mit Erfolg jeweils im Sommer in Eiken.

Das erste Mal in Frick
Das Camp in Frick wird in dieser Woche von Enrico Heiner geleitet. Es ist das erste Mal, dass MS Sports in Frick gastiert. «In Eiken sind wir in den Sommerferien immer ausgebucht und führen eine Warteliste. Deshalb, und weil jeweils viele Kinder aus Frick nach Eiken ins Camp kommen, haben wir nach einem zweiten Standort in der Region gesucht», so Heiner. Und so kam es zum Kontakt mit dem FC Frick. Der wollte Eiken nicht konkurrenzieren und entschied sich deshalb für eine Veranstaltung im Herbst. Die moderne Infrastruktur mit Kunstrasenplatz, neuem Clubhaus und Garderobenanlage hätte sie schnell überzeugt, so Heiner. «Alles top.» Und an Hans Reimann, den Präsidenten des FC Frick gewandt, der gerade zu einem Besuch auf der Anlage eingetroffen ist: «Wir schätzen die unkomplizierte Zusammenarbeit mit dem FC Frick und auch mit dem Hauswart sehr.» Auch Hans Reimann ist froh, dass in Frick wieder ein Fussball-Camp stattfinden kann. Frühere Camps fanden schon in Kooperation mit dem FC Basel statt, wurden jüngst aber nicht mehr weitergeführt.

Zehn Kilo Spaghetti, zwei Chefs
Auf dem Platz stehen die Kinder pro Tag vier Stunden. Zwei Stunden am Morgen, zwei am Nachmittag. Dazwischen liegt die betreute Mittagspause. Zeit für die Fussball-Cracks, sich zu erholen, zu spielen und neue Energie zu tanken. Gegessen wird in drei Schichten. Fürs leibliche Wohl sorgt Jörg Mösch. Für ihn, der während zwanzig Jahren auf dem Campingplatz in Frick seine Gäste bekocht hat, ist das Zubereiten von grossen Mengen kein Problem, wie er beim Besuch der NFZ versichert. Es sei ganz einfach, für 100 Personen zu kochen, sagt er und greift zu einem konkreten Beispiel: «Zehn Kilo Spaghetti kochen sich nicht anders als ein Kilo, nur passt nicht alles aufs Mal in eine Pfanne.»

Unterstützung erhält Jörg Mösch in dieser Woche von seiner Tochter Beatrice Mösch. Wie der Vater lobt auch sie die perfekte Organisation über Mittag. «Die Kinder helfen alle mit. Zwei Tischchefs sorgen jeweils für Ordnung und dafür, dass die Tische nach dem Essen abgeräumt und geputzt werden.» Überrascht hätte sie, dass die Kinder nach dem Essen zum Zähneputzen abmarschierten. Enrico Heiner lacht: «Das gehört bei uns dazu», sagt er und macht noch schnell ein Foto vom Lotto-Gewinner dieses Mittags. Lotto spielen, Panini-Bildchen tauschen, Spass haben – auch dafür ist die Pause da.

Die Mittagspause ist um, die Zähne sind geputzt, die Schuhe gewechselt. Zugang zum Clubhaus gibt es nur ohne Nockenschuhe. Die Trainer sind bereit, weiter geht’s. «Es gehört zum Konzept von MS Sports, dass die Trainer aus der ganzen Schweiz zusammengewürfelt sind», erklärt Heiner bevor auch er geht. Gerade für Kinder, die bereits in einem Verein Fussball spielen, sei es eine willkommene Abwechslung, wenn sie von einem anderen Trainer angeleitet würden.

Bemerkenswert: Von den 92 Kindern, die gerade wieder auf die Trainingsfelder stürmen, sind 88 Buben und nur gerade vier Mädchen.

 


Image Title

1/10

Möchten Sie weiterlesen?

Ja. Ich bin Abonnent.

Haben Sie noch kein Konto? Registrieren Sie sich hier

Ja. Ich benötige ein Abo.

Abo Angebote