Rössliwiese zurückgewiesen

  26.11.2019 Gipf-Oberfrick

Projekt Dorfmitte fand ebenfalls keine Versammlungsmehrheit

An der Gemeindeversammlung in Gipf-Oberfrick wurde neben weiteren Traktanden eine umfangreiche Sanierung des Oberen Schulhauses diskutiert. Für Diskussionen sorgte aber vor allem die Einrichtung einer öffentlichen Allmend sowie die Entwicklung der Dorfmitte.

Andrea Marti

Die Wintergemeindeversammlung in Gipf-Oberfrick war mit 185 stimmberechtigten Anwesenden gut besucht. Dass das Interesse an den vorliegenden Anträgen des Gemeinderats gross war, zeigten auch die regen Diskussionen im Verlauf der Versammlung

Auf der Traktandenliste standen neben Einbürgerungen und dem Budget für 2020 vor allem drei grössere Projekte an. Zum einen war dies die Sanierung des oberen Schulhauses, inzwischen 30-jährig. Zu den geplanten Neuerungen gehören eine bessere Isolation sowie eine Photovoltaik-Anlage, welche zur Optimierung der Heizkosten beitragen sollen. Zudem soll das gesamte Schulhause mittels eines Lifts barrierefrei begehbar werden. Da die Kosten einer Totalsanierung zwei Millionen tiefer sind als jene eines Neubaus, nahm die Versammlung den Kreditantrag über 4.3 Millionen Franken mehrheitlich an.

Allmend bewegte die Gemüter
Für mehr Diskussionen sorgte die Umgestaltung der Rössliwiese in eine öffentliche Allmend. Der Gemeinderat unterbreitete der Versammlung den Vorschlag, die Wiese hinter der Bushaltestelle «Rösslibrücke» zu einem Naherholungsbereich mit Hochstammbäumen, vereinzelten Bänken, einem Zugang zum Mosterbach und einer Blumenwiese zu machen (die NFZ berichtete). Doch die Versammlung hiess das Projekt, welches Kosten von rund 130 000 Franken im Verlauf von 10 Jahren bedeutete, nicht gut und wies den Gemeinderat an, die Planung noch einmal zu überdenken. Denn neben den Kosten nahmen die Teilnehmer vor allem an der Lage der Rössliwiese – der vordere Teil befindet sich direkt an der Hauptstrasse – sowie am Fehlen einer Brücke über den Bruggbach Anstoss. Mit den Anregungen, die Rössliwiese doch nur in deren hinteren Hälfte umzugestalten, die geplanten Spazierwege wegzulassen sowie einen Fokus auf Blumenwiesen und Hochstammbäume zu setzen sowie eine Brücke über den Bruggbach in Erwägung zu ziehen, ging das Geschäft schliesslich zurück an den Gemeinderat.

Entwicklung Dorfmitte zurückgewiesen
Genau wie die öffentliche Nutzung der Rössliwiese wurde auch die projektierte Entwicklung der Gipf-Oberfricker Dorfnutzung von der Versammlung nicht gutgeheissen. Während der Gemeinderat argumentierte, dass eine Umgestaltung des Gemeindeplatzes und dessen Umgebung die Identität Gipf-Oberfricks stärken sowie die Lebensqualität erhöhen sollte, sah dies die Mehrheit der Versammelten anders: Der Gemeindeplatz sei bereits für die vorgesehene Nutzung – die Veranstaltung von Festen und dem Verweilen in der Dorfmitte – geeignet und müsse, wenn überhaupt, dann nicht für bis zu zwei Millionen Franken aufgewertet werden. Mit diesen allgemein unterstützten Argumenten wies die Versammlung schliesslich den Antrag des Gemeinderates, für 95 000 Franken die Entwicklung der Dorfmitte an ein professionelles Planungsbüro übermitteln zu können, zurück.

Die Wintergemeinde endete schliesslich nach kurzen Diskussionen über ein im Budget 2020 enthaltenes Fachgutachten zum Thema Tempo 30 mit einem Ja zum Budget 2020.


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