«Wir reden Dialekt und verstehen uns grossartig»

  24.08.2019 Frick

Mehr als nur eine signierte Urkunde: Frick und Frickingen pflegen ihre Gemeindepartnerschaft seit 30 Jahren mit vielen gemeinsamen Aktivitäten. Am 26. Oktober wird das Jubiläum gefeiert. Natürlich gemeinsam und mit einer Festschrift.

Susanne Hörth

«Erst beim Zusammensuchen im Archiv bin ich mir so richtig bewusst geworden, was da in den letzten 30 Jahren alles stattgefunden hat», staunt Heinz Schmid ob der Fülle des zum Vorschein Gekommenen. Der langjährige, ehemalige Fricker Gemeindeschreiber ist aktuell damit beschäftigt, zusammen mit Albert Mayer eine Festschrift zu verfassen. Sie widmet sich der seit drei Jahrzehnten bestehenden Gemeindepartnerschaft zwischen Frick und Frickingen. Albert Mayer, so Heinz Schmid, wurde letzten Monat nach 30 Jahren als dienstältester Gemeinderat im deutschen Frickingen verabschiedet. Er und Schmid gehören in der besiegelten Dorffreundschaft zu den Personen der ersten Stunde. Eine Partnerschaft, die viel mehr sei, als ein paar «tote» Buchstaben auf einem Blatt Papier, betont Heinz Schmid. «Sie blüht auf allen Ebenen, von den Schülern bis zu den Senioren.»

Von Frick bis Frickingen
Initiant dieser so gut funktionierenden Gemeinschaft über die Landesgrenzen hinweg ist der ehemalige Fricker Gemeindeammann Max Müller. 1988, er weilte damals mit seiner Familie im Urlaub, machte er einen Abstecher nach Frickingen. Eigentlich suchte er für eine Gemeindepartnerschaft nach einem weiteren Frick. Das fand er zwar nicht, dafür aber Frickingen. In diesem Dorf passte so vieles. Menschlich wie auch von den ähnlichen Gemeindestrukturen her. Bereits im Herbst 1989, im letzten Amtsjahr von Max Müller, konnte die Partnerschaftsurkunde unterzeichnet werden.

Fricker Markt Vorlage für den Frickinger Herbstmarkt
Beim Aufzählen, was in diesen drei Jahrzehnten an guten Freundschaften entstanden ist, welch schöne Begegnungen stattgefunden haben und wie oft gemeinsam gefeiert wurde, gerät Heinz Schmid ins Schwärmen. Er selber weilt regelmässig in Frickingen. «Wenn ich dort bin, durch das Dorf gehe, kenne ich viele Leute.» Und so geht es auch zahlreichen anderen Frickern. «Wir werden mit offenen Armen empfangen. Es ist ein sehr gutes, schönes Gefühl.» Umgekehrt empfinden das auch die Frickinger in Frick so.

Angesprochen auf ein spezielles Highlight, erwähnt Schmid den Fricker Markt. Die Frickinger weilten 1991, anlässlich der 700-Jahr-Feier der Eidgenossenschaft am Martinifest mit Markt in Frick. Die deutschen Besucher waren vom Markttreiben auf Fricks Hauptstrasse so begeistert, dass sie beschlossen, bei sich zuhause ebenfalls so etwas auf die Beine zu stellen. «Heute gilt der Frickinger Herbstmarkt als einer der wichtigen Anlässe im Dorf», freut sich Heinz Schmid. «Finden grosse Dorffeste statt, so betreiben wir gegenseitig immer auch eine Beiz.» Aber auch bei anderen Dorfaktionen gehört die gegenseitige Anwesenheit von Delegationen zur gelebten Freundschaft. Wie bereits das 10- und das 20-Jahr-Jubiläum wird nun auch 30 Jahre Gemeindepartnerschaft mit einem gemeinsamem Fest gefeiert. Es findet am 26. Oktober – «fast auf den Tag genau 30 Jahre nach der Unterzeichnung der Urkunde» – in Frickingen statt. Dann wird unter anderem die Festschrift präsentiert. Garantiert werden auch viele «Weisch no»-Episoden in guten Gesprächen in Erinnerung gerufen. Apropos «Weisch no», beziehungsweise Mundart. «Wir reden Dialekt und verstehen uns gegenseitig grossartig», schmunzelt Heinz Schmid.


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