Bisher unbekannter Turm des römischen Kastells in Kaiseraugst entdeckt

| Mi, 12. Jun. 2019

Bei Werkleitungssanierungen in Kaiseraugst kamen ein bisher unbekannter Turm und Mauern des Castrum Rauracense zum Vorschein. Dank der guten Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft und der Gemeinde Kaiseraugst konnte eine alternative Leitungsführung realisiert werden.

Seit dem termingerechten Abschluss der Ausgrabung beim Bolingerhaus in Kaiseraugst Ende April 2019 begleitet ein Team der Kantonsarchäologie Aargau noch Werkleitungsarbeiten im näheren Umfeld. Dabei stiess man im Mai 2019 auf bisher unbekannte Reste der Kastellmauer sowie das Fundament eines Turmes des Castrum Rauracense. Der Turm war einst Bestandteil des Osttores der Befestigungsanlage aus der Spätantike.
Ein Kulturerbe von internationaler Bedeutung Das Kastell von Kaiseraugst, von dem noch weite Teile bis heute oberirdisch sichtbar sind, ist ein Kulturerbe von internationaler Bedeutung, gehört es doch zu den am besten erhaltenen spätantiken Festungsbauten nördlich der Alpen. Es prägt das Ortsbild von Kaiseraugst bis zum heutigen Tag. Deshalb stehen auch seine Baureste unter Bundesschutz und kantonalem Denkmalschutz. Erbaut zwischen 290 und 300 n. Chr. im Rahmen des umfassenden Grenzschutzprogramms des römischen Kaisers Diokletian sicherte das Castrum den strategisch wichtigen Rheinübergang bei Kaiseraugst.
Während im Westen und Süden der Verlauf der Mauer auf-grund der guten Erhaltung bekannt ist, war die archäologische Situation im Bereich der durch das Bauvorhaben tangierten Ostflanke des Kastells kaum erforscht. Deshalb war es auch für die Archäologinnen und Archäologen überraschend, als die Kastellmauer und das Turmfundament un-mittelbar unter dem Asphalt zum Vorschein kamen.
Dank der guten und engen Zusammenarbeit mit der Bau-herrschaft und der Gemeinde Kaiseraugst konnte eine altenative Leitungsführung seitlich der Mauer entlang und über die Turmfundamente hinweg realisiert werden, ohne dass dadurch die archäologischen Hinterlassenschaften beeinträchtigt werden. So bleibt das einzigartige Kulturerbe in Kaiseraugst unversehrt erhalten. (mgt)

 

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