Ungewöhnliche Einblicke in einen Chemiebetrieb

Di, 16. Apr. 2019
Der Blick von oben im Holzheizkraftwerk eröffnete die Dimensionen der Anlage.

Die Inbetriebnahme eines der grössten Biomasse-Kraftwerke der Schweiz auf dem Areal der DSM im Sisslerfeld nahm der chemische Betrieb zum Anlass, seine Türen am Samstag für die Allgemeinheit zu öffnen. Rund 4000 Besucher nutzten die Gelegenheit für einen Blick hinter die Kulissen der DSM in Sisseln.

Hildegard Siebold

Etwa 1000 Mitarbeiter zählt das Werk des weltweit agierenden Konzerns mit Hauptsitz in den Niederlanden am Standort im Fricktal. Sisseln gehört zu den wichtigsten Produktionsstandorten im DSM-Konzernverbund. Hier werden unter anderem Vitamine, Pharmawirkstoffe, Stoffe für die kosmetische Industrie und Carotinoide hergestellt. Der Tag der offenen Tür gewährte unter anderem Einblicke in die weltweit grösste Produktionsanlage für Vitamin E. Geduldig reihten sich alle in die Schlange der Wartenden ein, um Schutzhelm und Schutzbrille entgegenzunehmen.

«Was für unsere Mitarbeiter Gültigkeit hat, gilt auch für Besucher», erklärte Direktionsassistentin Anita Fechtig die Sicherheitsvorkehrungen. «Es ist wie in einer Küche», umschrieb Betriebsleiter Sebahaddin Bayrak die Produktion des Vitamin E in einfachen Worten. Die verschiedenen Zutaten beziehungsweise Rohstoffe werden in riesigen Töpfen vermischt, gekocht und gefiltert. Nicht minder spannend war der Rundgang durch das neue Holzheizkraftwerk mit Betriebsleiter Markus Heitz. Ja, lachte dieser, sein Name sei Programm in der Anlage, in der pro Tag 1200 bis 1400 Kubikmeter Holzhackschnitzel verheizt werden. Der Aufstieg in das rund 30 Meter hohe Gebäude über die Aussentreppe verlangte Schwindelfreiheit und eröffnete den Blick über das gesamte DSM-Gelände, das übrigens auch mittels Busshuttle erkundet werden konnte. Das neue Biomasse-Kraftwerk mit Baukosten in Höhe von 60 Millionen Franken ist ein gemeinsames Projekt von DSM, Engie und dem Elektrizitätswerk der Stadt Zürich. Die Anlage produziert jährlich 267 Gigawattstunden Dampf für DSM, Syngenta und Novartis sowie 42 Gigawattstunden Strom für die Versorgung von 17500 Haushalten. Durch das Holzheizkraftwerk sinken die CO2-Emmissionen um 50 000 Tonnen pro Jahr (die NFZ berichtete). 50 Prozent des unbehandelten Abfallholzes stammen aus der Schweiz, die anderen 50 Prozent werden aus dem Elsass aus einem Umkreis von maximal 100 Kilometern bezogen, so Betriebsleiter Heitz.

Nach den Führungen hatten die Besucher Gelegenheit, bei der Berufsausbildungsmesse vorbeizuschauen oder im grossen Festzelt bei Pasta und Kuchen das bunte Bühnenprogramm zu geniessen. Anita Fechtig vom OK zeigte sich am Ende des Tages glücklich über das ausnahmslos positive Besucherfeedback. «Es herrschte eine entspannte Atmosphäre und unsere strengen, einem Chemiewerk entsprechenden, Sicherheitsbestimmungen wurden von den Gästen gut akzeptiert» sagte sie. Persönlich sei sie sehr stolz auf alle ihre Helfer-Kollegen, die viele Extrastunden für die Vorbereitung und die Durchführung dieses Tages geleistet hätten.

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