«Es ist auf jeden Fall eine Herausforderung»

Mi, 06. Feb. 2019

Passiert ein Unglück, ein Unfall oder wird etwas Negatives vermutet, breitet sich das im digitalen Netz wie ein Lauffeuer aus. Das fordert auch die Polizei Oberes Fricktal.

Susanne Hörth

Es ist nun schon mehr als eine Woche her, seit der schwere Unfall in Kaisten mit anschliessender Flucht der Unfallverursacherin und deren Suche die Polizei, die Sanität und die Feuerwehren während Stunden beschäftigt haben. Beschäftigt hat das Ereignis aber auch die Bevölkerung. Dank verschiedener Meldungen konnte die Polizei die verletzte Frau in Kaisten aufgreifen (die NFZ berichtete). Meldungen gingen aber nicht nur an die Polizei. Auf den sozialen Netzwerken wurden Mitteilungen, teils in Form von warnenden, Angst schürenden Sprachnachrichten, verschickt. Neben dem eigentlich realen Geschehen, welches die Blaulichtorganisationen zu diesem Zeitpunkt sehr forderte, entstand eine zweite Ebene. Eine, auf der ohne wirkliches Wissen und vertiefte Abklärungen schnellstmöglich Informationen verbreitet wurden.

Haben die digitalen Verbreitungskanäle und die sozialen Medien die Arbeit der Polizei verändert? «Es ist auf jeden Fall eine grosse Herausforderung. Ich glaube aber, dass nicht nur die sozialen Netzwerke, sondern vielmehr die ‹Hardware› vieles verändert hat», sagt Werner Bertschi, Chef der Polizei Oberes Fricktal. Jeder trage immer und überall ein Smartphone mit sich herum. «Fotos und Videos werden ständig gemacht und verschickt.» Gleiches passiere mit Nachrichten. Die Auswirkungen seien nicht immer positiv. Bertschi nennt exemplarisch das Beispiel, wenn Kinder mutmasslich von Fremden angesprochen werden. In den sozialen Netzwerken verbreitet sich das flächendeckend und wie ein Lauffeuer. Landen solche Meldungen bei der Polizei, zeigt sich oftmals, dass es sich lediglich um ein Gerücht gehandelt hat oder ein Kind ohne schlechte Hintergedanken durch jemanden angesprochen wurde. Selbstverständlich geht die Polizei allen Meldungen sorgfältig nach.

Proaktiv informieren
Physische Präsenz in den Dörfern zu zeigen, an Bahnhöfen zu informieren oder in Schulen Verkehrsunterricht zu erteilen, ist ein wichtiger Beitrag in der präventiven Arbeit der Polizei Oberes Fricktal. Die Nähe zur Bevölkerung wird sehr bewusst gesucht. Diese Zugänglichkeit schafft die Polizei Oberes Fricktal seit einiger Zeit auch im Netz. So mit dem Betreiben einer eigenen Webseite, aber auch ihrem Auftritt auf Facebook. «Wir wollen darauf proaktiv informieren. Ich denke auch, die Bevölkerung erwartet es, uns digital anzutreffen.» Bewirtschaftet werden die digitalen Kanäle vorwiegend mit einem präventiven Ansatz. Würde es nicht auch Sinn machen, wenn die Regionalpolizei mit zeitnahen Warnungen auf Facebook, Webseite und Push-Meldungen auf Gefahren, Staus, Verkehrserschwernisse und Ähnliches aufmerksam machen würde? Bertschi schüttelt den Kopf. Es gebe ja schon diverse Plattformen, insbesondere was den Verkehr betrifft, die das anbieten würden. Verkehrsmeldungen würden zudem mittels Radio schnell verbreitet. Bei Pushs und anderen Schreibnachrichten bestehe zudem die Gefahr, dass die Strassenverkehrsteilnehmer zu sehr abgelenkt werden. «Ausserdem wäre es auch ein personelles Ressourcen-Problem für uns.»

Category: 

Neuen Kommentar schreiben

CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und automatisiertem Spam vorzubeugen.

Kommende Events

Stellen

Immobilien

Diverses