«Anspruch auf gute Guggenmusik hat zugenommen»

Sa, 09. Feb. 2019

Die Kaister Guggenmusik hat in ihrer 40-jährigen Vereinsgeschichte schon einiges erlebt. Auch eine Zeit mit sehr wenigen Mitgliedern. Der harte Kern hat aber durchgehalten und kann nun gemeinsam mit jungen Spielern in eine gut klingende Guggenzukunft blicken.

Susanne Hörth

Was macht eine gute Guggenmusik aus? Eine Frage, die von «viele Mitglieder», «bester Sound» bis hin zu «fantasievolle Kostüme» und «oft gebucht» viele Antworten bereithält. Das Gute, vielmehr das Beste überhaupt ist aber das gelebte Miteinander. Davon ist Michael Rehmann, langjähriges Mitglied der Kaister Guggenmusik, überzeugt. «Eine gute Kollegialität ist das A und O des Vereins. Noch mehr zusammengeschweisst hat es uns, als wir eine Durststrecke zurücklegen mussten.» Die Guggenmusik musste vor einigen Jahren, wie viele andere Vereine auch, gegen einen massiven Mitgliederschwund ankämpfen. Statt aber die Flinte ins Korn zu werfen, vielmehr die Instrumente in die Ecke zu stellen, hat sich ein Gros an eingefleischten Prototypen gesagt, «wir machen weiter!»

Von den Anfängen bis…
«Das Durchhalten hat sich gelohnt», sagt Rehmann. Seit zwei, drei Jahren stossen neue, junge Mitglieder dazu und sorgen zusammen mit den langjährigen Vereinsmitgliedern für einen kraftvollen Guggensound. 1979, im gleichen Jahr wie auch die Fasnachtsgesellschaft «Haldejoggeli Chaischte», wurden von 15 Fasnacht und Guggenmusik angefressenen Kaistern die «Prototype Chaischte» aus der Taufe gehoben. Die Formation wuchs über die Jahre. Zum gelebten Vereinsleben gehörte ab 1998 auch die Organisation des Hurliball. Michael Rehmann präsidiert schon seit Jahren das Hurliball-OK. Aktuell zählt die Guggenmusik 25 Frauen und Männer und ist damit gut aufgestellt, neue Mitglieder sind aber auf jeden Fall willkommen. Dass ein Prototype Ausdauer haben muss, macht Rehmann mit der Anzahl der Auftritte deutlich. Da kommen an die 30 Auftritte in der doch sehr kurzen, fünften Jahreszeit zusammen. Die bis zu drei Auftritten pro Abend an unterschiedlichen Orten begründet Rehmann unter anderem damit, dass der Aufwand mit Schminken und Kostüm anziehen auf jeden Fall da sei. «Wir würden während der Fasnachtszeit nie ungeschminkt auftreten.»

Apropos Kostüm: Dieses wird für jede Saison neu entworfen und geschneidert. Ein Teil selbst, ein Teil von einer Schneiderin. «Es ist ein Hobby, das halt kostet. Durch den Hurliball haben wir etwas Geld in der Kasse, jedes Mitglied erhält etwas an sein Kostüm.» Ihr 40-Jahr-Jubiläum feiern die Prototype mit dem Motto «Piraten». Als solche werden die Mitglieder dann auch die Bühnen für ihre Auftritte entern.

Gestiegene Erwartungen
Früher hiess es bei Guggenformationen allgemein, es muss einfach laut und schräg tönen. Ob die Töne richtig getroffen wurden, war nicht so wichtig. Gilt das auch heute noch? Michael Rehmann schüttelt den Kopf. «Der Anspruch, gut zu spielen, nimmt seit einiger Zeit immer mehr zu.» Diesem Anspruch wollen die Prototypen Chaischte gerecht werden. Entsprechend ist Zeit und Disziplin beim Üben gefordert. Erschwerend dabei sei sicherlich, dass laut Rehmann 70 Prozent der Vereinsmitglieder nicht oder nur ungenügend Noten lesen können. Ganz viel passiere nach Gehör. Der Lohn fürs viele Proben seien immer wieder auch die Publikums-Komplimente.

Gugguseli und Hurliball
Genauso hohen Anspruch wie die Musik, das Kostüm und die Schminke legen die Protoypen alljährlich auf das Schmücken der Halle für den Hurliball. Ihren 40. Geburtstag feiert die Guggenmusik gleich an zwei nacheinander folgenden Tagen in der fantasievoll hergerichteten Kaister Mehrzweckhalle. Zum «Gugguseli», dem Treffen von mehreren Guggenmusiken wird bereits am 15. Februar ab 20 Uhr eingeladen. Am Abend darauf findet der Hurliball statt. OK-Präsident Michael Rehmann freut sich, dass die Halle in den letzten Jahren wieder vermehrt mit einem Publikum gefüllt werden konnte, das sich Motto getreu verkleidet hat. Wie es bereits zur Tradition gehört, wird am Hurliball eine Live Band spielen. «Was speziell ist, dass wir in diesem Jahr am Ball selbst auch auftreten», so Rehmann.

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