Den Möhlinern den Puls fühlen

Sa, 29. Dez. 2018

Darfs gerne ein bisschen mehr sein? Und vor allem: wovon? Für 25 000 Franken lässt der Gemeinderat eine Bevölkerungsumfrage durchführen. Mit der deutlich gescheiterten Zentrumsplanung vom November hat das nicht direkt zu tun.

Ronny Wittenwiler

Es ist eine Premiere. Die Exekutive hat das Link-Institut Zürich erstmals mit einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage beauftragt. Gemeindeammann Fredy Böni: «Nach der Zukunftskonferenz vor zehn Jahren und dem daraus entstandenen Entwicklungsleitbild haben wir nun eine neue Möglichkeit gesucht.»

Damit ist die Gemeinde nicht alleine. Rheinfelden und Kaiseraugst etwa kennen dieses Erhebungsinstrument durch das Link-Institut schon länger. Ziel der Umfrage sei es, die Anliegen der Bürger besser kennenzulernen und Hinweise zu erhalten, wie politische Massnahmen und Dienstleistungsangebote noch gezielter auf die Bedürfnisse der Bevölkerung abgestimmt werden können. Nochmals Böni: «Es geht dabei um verschiedene Fragen zur allgemeinen Zufriedenheit mit der Gemeinde, mit der Verwaltung und der Kommunikation. Wichtige Themen sind auch die Gemeindeentwicklung, insbesondere die Ortsbildentwicklung. Hier sollen die Befragten konkret Stellung nehmen können.» Auch zum Thema Sicherheit werden sich die Befragten konkret äussern können, genauso zur Standortfrage der aktuell diskutierten Gymnasien. «Wir erhoffen uns durch die Umfrage neue Aufschlüsse», sagt der Gemeindeammann zur NFZ.

Knapp 1000 Personen würden in den nächsten Tagen ausgewählt und kontaktiert. «Natürlich nicht durch den Gemeinderat, sondern per Zufallsgenerator, vorgenommen durch das Link-Institut.»

Rückblick auf die gescheiterte Zentrumsplanung
Apropos Bedürfnisse: Noch ist die Erinnerung frisch an die an der Urne überaus deutlich gescheiterte Vorlage zur Möhliner Zentrumsplanung mit dem Grossprojekt einer Tiefgarage beim Gemeindehaus. Einen direkten Zusammenhang mit diesem Ausgang hat die nun lancierte Umfrage allerdings nicht. «Im Rahmen der Aufgabenplanung für die laufende Legislatur hatten wir bereits festgelegt, eine solche Befragung durchzuführen. Wir haben den Betrag von 25 000 Franken im Budget 2018 festgelegt, welches bereits im Sommer 2017 vom Gemeinderat verabschiedet wurde.»

Ungeachtet dieser Tatsache gab es im Nachgang zur gescheiterten Zentrumsplanung allerdings Stimmen, wonach der Gemeinderat an den Bedürfnissen der Bevölkerung vorbeiplane. Gemeindeammann Fredy Böni, konkret darauf angesprochen, möchte das so nicht stehen lassen. «Es gab vorgängig Gemeindeversammlungen, an denen über die Zentrumsentwicklung immer wieder diskutiert wurde. Wir haben mit Direktbetroffenen gesprochen. Dem Projektierungskredit für ebendiese gescheiterte Zentrumsplanung wurde an einer Gemeindeversammlung mit grossem Mehr zugestimmt. Und dann hatte man alle Argumente an der Gemeindeversammlung noch einmal gehört und das Projekt wurde da, wenn auch knapp, angenommen. Was will man da noch machen?» Zur direkten Demokratie gehöre nun mal auch die Möglichkeit, das Referendum zu ergreifen. «Und diese direkte Demokratie unterstütze ich weiterhin, auch wenn sie manchmal weh tun kann», sagt Böni.

Just diese Wahrung der Demokratie wünscht sich der Gemeindeammann denn auch ganz persönlich für 2019. «Und dass die Bevölkerung noch aktiver teilnimmt und nicht die Faust im Sack macht, sondern sich an Prozessen früh beteiligt.» Vielleicht auch, weil sich mit einer Faust im Sack der Puls nur schwerlich fühlen lässt.

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