Mit Vollgas auf die Zielgerade

  10.11.2018 Oeschgen

Circus Nock: Letzte Vorstellungen der 158. Tournee

Die beiden Zirkusdirektorinnen Franziska und Alexandra Nock blicken auf eine Saison zurück, die neben einigen Höhepunkten erneut durch sinkende Zuschauerzahlen geprägt war.

Janine Tschopp

Schon seit bald acht Monaten ist der Circus Nock auf seiner 158. Tournee unterwegs. Die Artisten traten seit der Premiere in Frick schweizweit an 46 Gastspielorten auf. Am Sonntag feiert die Nock-Familie in Aarau Dernière und geht anschliessend in die wohlverdiente Winterpause. Welches Fazit ziehen die Zirkusdirektorinnen Franziska und Alexandra Nock kurz vor Saisonende? Als einen der Höhepunkte nennen sie «The Robles», sechs junge Männer aus Kolumbien, welche mit ihren Motorrädern kreuz und quer durch die Todeskugel rasten und beim Publikum sehr gut ankamen. Als Negativpunkt erwähnen die Nock-Schwestern sinkende Zuschauerzahlen: «Die Tournee 2018 verlief zahlenmässig ähnlich wie das Vorjahr. An gewissen Spielorten konnten wir viele Zuschauer verzeichnen, an anderen leider weniger. Der heisse Sommer sowie die Fussball-Weltmeisterschaft wirkten sich nicht unbedingt vorteilhaft aus.»

Zirkusgeschäft noch härter geworden
Ferien mit dem Zirkus sowie Events im Zirkuszelt sind Aktivitäten, welche der Circus Nock heuer als zusätzliche Einnahmequellen nutzte. Wie wird sich der Circus Nock in Zukunft ausrichten? Franziska Nock meint: «Wir werden uns zur zukünftigen Ausrichtung vertiefte Gedanken machen. Das Zirkusgeschäft ist im heutigen wirtschaftlichen Umfeld noch härter geworden. Es ist unglaublich schwierig, die stetig steigenden Kosten wie zum Beispiel Platzgebühren, Strom, Wasser und Bewilligungen aus eigener Kraft zu decken. Dazu kommt das Überangebot an Freizeitaktivitäten. Auch wird es immer schwieriger für einen Zirkus in unserer Grösse, einen geeigneten Gastspielplatz zu finden.»

In zwei Jahren wird die 160. Nock-Tournee durchgeführt. Wird das Jubiläum speziell gefeiert? «Ja. Mit jungen internationalen Künstlern und einem hochstehenden Programm wollen wir das treue Publikum begeistern», erklärt Alexandra Nock. Was macht die Zirkus-Familie in der bevorstehenden Winterpause? Die Nock-Schwestern erzählen: «Die Pause dient dazu, sich nach der anstrengenden Tournee zu entspannen und Luft zu holen. Die Wartung der Infrastruktur und die Vorbereitung der neuen Saison sind wichtige Aufgaben. Zur Saisonvorbereitung gehören unter anderem Vertragsverhandlungen mit den Artisten, Einholen von Bewilligungen sowie das Programmheft und die Werbung für die kommende Tour.»

Der Circus Nock zeigt sein aktuelles Programm «Bravo bravissimo» noch bis am 11. November im «Schachen» in Aarau.

www.nock.ch


Viel erlebt auf Tour

Seit Mai 2017 zieht Andrea Weiss aus Eiken zusammen mit dem Circus Nock durch die Schweiz. Sie ist beim Zirkusunternehmen für Kommunikation, Marketing und Technik verantwortlich. «Eine weitere unglaublich schöne, spannende, emotionale und abenteuerliche Saison geht für mich zu Ende», erklärt die Fricktalerin.

Nach der Dernière vom 11. November wird sie den Zirkus Nock verlassen. Andrea Weiss fasst die Zeit beim Zirkus so zusammen: «Es gab Ups und Downs, tolle Bekanntschaften, abenteuerliche Reisen und viele neue Erfahrungen. Erfahrungen, die mir niemand mehr nehmen kann und die mich auf dem weiteren beruflichen wie auch privaten Wege stärken und mir Mut geben, Neues auszuprobieren.»

Was macht sie im Leben nach dem Zirkus? «Ferien! Im Dezember werde ich meinen Bruder in Bangkok besuchen, ausspannen und Energie für neue Projekte tanken.» (jtz)


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