Angst um die Zukunft der Fricktaler Berufsschule

Fr, 16. Nov. 2018

Fricktaler Grossräte sorgen sich um das Weiterbestehen des Berufsbildungszentrums Fricktal. In einem Postulat an den Regierungsrat machen sie sich für den Standort Rheinfelden stark.

Valentin Zumsteg

Derzeit herrscht bei den Grossräten Ungewissheit, was der Regierungsrat im Rahmen der Reform der Berufsfachschulen plant. Selbst Mitglieder der grossrätlichen Kommission Bildung, Kultur und Sport wissen nicht, ob die Regierung demnächst mit einer neuen Vorlage kommen wird. Bei den Fricktaler Grossräten geht die Angst um, dass das Berufsbildungszentrum Fricktal in Rheinfelden gefährdet sein könnte.

«Höchste Zeit»
«Wenn der Regierungsrat Schliessungen von Berufsschulen plant, dann wird der Standort Rheinfelden wohl auch auf der Liste stehen», fürchtet CVP-Grossrat Alfons Kaufmann aus Wallbach. Ähnlich sieht es Kathrin Hasler, SVP-Grossrätin aus Hellikon und ebenfalls Mitglied der Bildungskommission. Entsprechende Gerüchte hat sie bereits gehört. Für Hasler ist klar: «Es ist höchste Zeit, etwas zu unternehmen.»

Aus diesem Grund werden 16 der 17 Fricktaler Grossrätinnen und Grossräte aktiv. Sie haben ein Postulat formuliert, das sie am kommenden Dienstag der Regierung einreichen wollen. Nicht unterschrieben hat Gertrud Häseli (Grüne) aus Wittnau.

«Der Regierungsrat wird gebeten, bei der geplanten Reform der Berufsschulen den regionalen Gegebenheiten ebenso Rechnung zu tragen wie dem Fakt, dass die Zahl der Berufsschüler künftig wieder ansteigen wird und sich sowohl Berufsausbildung als auch Berufsbilder massgeblich verändern werden», heisst es im Vorstoss der Grossräte. Sie befürworten die Schaffung von Kompetenzzentren in den bisherigen Schulregionen statt der Konzentration auf einige wenige Standorte innerhalb eines engen Perimeters. «Sollte der Regierungsrat zur Ansicht gelangen, dass ein oder mehrere Berufsschulstandorte geschlossen werden sollen, ist der Verteilung in verschiedenen Regionen dringend Rechnung zu tragen.» Der Aargau sei ein Kanton der Regionen, eine Beschränkung von Schulstandorten auf der Achse Aarau-Baden werde dem nicht gerecht.

«Proaktiv handeln»
«Mit dem Postulat wollen wir proaktiv handeln», erklärt Alfons Kaufmann. Die Grossräte, welche unterzeichnet haben, lassen auch keinen Zweifel daran, dass sie bei Bedarf für die Fricktaler Berufsschule kämpfen und mobilisieren würden. Bereits 2016 war die Zukunft der kleinen Schulstandorte ungewiss. Damals stand die Schliessung, eine Stärkung oder der Status quo zur Debatte. Weil der Grosse Rat aber auf die regierungsrätliche Vorlage gar nicht eintrat, war die Sache vorerst vom Tisch. Jetzt könnte sie bald wieder aktuell werden. Die Grossräte wollen deswegen gerüstet sein.

Für Rheinfelden wäre ein Aus des Berufsbildungszentrums besonders tragisch, denn die Stadt investiert derzeit mehrere Millionen Franken für einen Schulhaus-Neubau im Engerfeld.

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