Grosser Mangel an Fachkräften

Do, 25. Okt. 2018

Die Mitglieder der Regionalgruppe Fricktal der Aargauischen Industrieund Handelskammer (AIHK) wählten Raphael Jehle zum Präsidenten. Aargau Services warb – im Kampf gegen den Fachkräftemangel – für den Beitritt zur Plattform Work Life Aargau.

Simone Rufli

«Vielerorts herrscht Hochkonjunktur, die Auftragsbücher sind voll. Gleichzeitig können viele Firmen ihre Stellen nicht oder nur teilweise besetzen, weil ihnen die Fachkräfte fehlen.» Raphael Jehle, Geschäftsführer der Jehle AG Etzgen kam gleich zu Beginn der Mitgliederversammlung auf eines der Hauptprobleme der in der AIHK Regionalgruppe zusammengeschlossenen Firmen zu sprechen. «Bei der Jehle AG haben wir 43 Prozent Grenzgänger und das ist existenziell wichtig für uns.» Jehle wies auf die grosse Bedeutung von stabilen Rahmenbedingungen hin, betonte gleichzeitig aber auch, wie wichtig es ist, dass die Firmen eigenen Nachwuchs ausbilden und fördern. Mit Blick auf die Selbstbestimmungsinitiative forderte Jehle dazu auf, an die Urne zu gehen und mit einem Nein zur Initiative Rechtsunsicherheit, Isolation und Instabilität zu verhindern.

Die Versammlung fand in den Räumen der Erne AG Holzbau in Stein statt. Daniel Erne, Verwaltungsratspräsident der Holzbau Unternehmen, bot einen Überblick über die verschiedenen Geschäftszweige der Erne Holzgruppe und Patrick Suter, Geschäftsleitungsmitglied Erne AG Holzbau kam auf die grossen Herausforderungen zu sprechen. «Es wird in Zukunft immer mehr Energie brauchen, um Gebäude zu kühlen.» Beim Dämmen stosse man an Grenzen, hingegen müsse man die graue Energie, die zur Erstellung des Hauses erforderlich ist, reduzieren. Grosse Chancen sieht Suter in Holz-Beton-Verbundlösungen, so wie Erne das beim ersten Schweizer Hochhaus aus Holz in Rotkreuz gemacht hat. Der nächste Grossauftrag betrifft das Gymnasium West in Frankfurt. Dank innovativer Technik und massiv verkürzter Bauzeit durch Vorfertigung vermochte sich Erne gegenüber der deutschen Konkurrenz durchzusetzen. Es folgte ein geführter Rundgang durch die Fertigungs-Hallen vorbei am Roboter und an vorgefertigten Gebäude-Elementen.

«Work Life Aargau»
Marietta Frey, von Aargau Services Standortförderung, hatte zuvor die neue Plattform «Work Life Aargau» vorgestellt. Wie das Vorbild aus dem Allgäu soll die Plattform Aargauer Unternehmen ermöglichen zu zeigen, was sie bieten, wie innovativ und vielfältig sie sind. Es soll online wie offline (unter anderem. mittels Plakaten) geworben werden. Dabei solle bewusst auch die emotionale Schiene angesprochen werden. Fachkräften solle aufgezeigt werden, was sie an ihrem potentiellen neuen Arbeitsort neben der Arbeit sonst noch erwartet wie zum Beispiel Krippenplätze in der Nähe, kurze Arbeitswege, Freizeitaktivitäten, die schöne Natur, Weiterbildungsmöglichkeiten usw. «Es soll ein Rundum-Paket sein», versprach Frey und wies darauf hin, dass bereits diverse Firmen an Bord sind: unter anderem die Jehle AG, die NAB, die Fachhochschule Nordwestschweiz und das Paul Scherrer Institut. Frey zeigte sich erfreut über die grosse Resonanz und bot interessierten Firmen bei Fragen ihre Unterstützung an.

Neuer Vorstand
Zu Beginn der Veranstaltung war der designierte Präsident, Raphael Jehle, zum Präsidenten der AIHK Regionalgruppe Fricktal gewählt worden. Neu in den Vorstand gewählt wurden zudem Eric Ammann (Novartis) und Urs Hofmeier (Schweizer Rheinsaline). Zusammen mit Adrian Ackermann (Ackermann Immobilien), Wolfgang Bächle (BASF), Markus Rückel (Roche), Thomas Schönenberger (NAB) und Walter Herzog (NFZ) bilden sie den neuen Vorstand. Die Aargauische Industrie- und Handelskammer repräsentiert 40 Prozent der Arbeitnehmer im Kanton. Der Regionalgruppe Fricktal gehören 126 Firmen an aus 32 Gemeinden.

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