«Mehr als nur Geld spenden»

Fr, 12. Okt. 2018

Projecta Missio – stille Schafferinnen für den guten Zweck

Ihr Hauptanlass im Jahresprogramm steht am 27. Oktober bevor: der Wölflinswiler Herbstmärt. Die Frauen von Projecta Missio Wölflinswil-Oberhof kämpfen aber auch mit der «Alltagssorge Nr. 1»: Ihnen fehlt «kreative Unterstützung».

Patricia Peter, Vera Liebi, Cécile Fricker und Daniela Hort sind derzeit wieder über ihre tägliche Familien- und Berufsverantwortung hinaus aktiv. Mit dem Wölflinswiler Herbstmärt vom 27. Oktober steht der Hauptanlass im Jahresprogramm der Gruppe «Projecta Missio» unmittelbar bevor. Unter diesem Namen verkaufen die Frauen an ihrem Herbstmärt-Stand Handarbeiten, bieten Eingemachtes und Backwaren an – ausschliesslich, um die Einnahmen einem wohltätigen Zweck zukommen zu lassen. «Während in diesen Tagen noch Mitwirkende mobilisiert werden, die Gebasteltes, Gestricktes oder Gehäkeltes als Verkaufsartikel beisteuern, geht’s in der Woche vom Herbstmärt-Samstag ans Backen von Zöpfen, Broten, Kuchen und Guetzli», erzählt Patricia Peter. Die Mutter von vier schulpflichtigen Kindern engagiert sich in der Projekt-Gruppe, weil sie schätzt, so «einen aktiven Beitrag an die Gesellschaft zu leisten, ohne einfach ‹nur› Geld zu spenden.» Auch wenn die drei Wochen vor dem Herbstmärt stets etwas hektischer ausfallen als andere Wochen im Jahr, so beschreibt die Familienfrau, die im Unternehmen ihres Mannes zudem Hintergrundarbeit leistet, den Aufwand als «überschaubar», zumal er sich auf eine begrenzte Zeit beschränke.

Ursprünglich für den Missionar
Die Gruppe «Projecta Missio» wurde im Jahr 1972 unter dem Namen Missionsgruppe gegründet. Sinn und Zweck der Gründerinnen Emilie Herzog, Elsa Bieli und Marie-Therese Peter war damals, für den Wölflinswiler Missionar Friedrich Hort, der sich in Taiwan engagierte, Geld zusammenzutragen. Es wurden Suppentage organisiert oder Adventskränze verkauft. Als der Wölflinswiler Herbstmärt im Jahr 1981 ins Leben gerufen wurde, nutzten die Verantwortlichen die Gelegenheit, durch ihn ein breiteres Publikum anzusprechen. Fortan und bis heute werden am Herbstmärt-Stand gespendete Artikel, Backwaren und Handarbeiten verkauft, um den Erlös vollumfänglich, im Zweijahresrhythmus alternierend, einem inländischen oder ausländischen Hilfsprojekt zukommen zu lassen. Ob Kinderspitex, Behindertenwohnheime, Elsy-Amsler-Stiftung, «wir entscheiden immer intuitiv anhand der Vorschläge, die in die Gruppe getragen werden, wen wir unterstützen wollen». 2018 wird der Erlös vom Herbstmärt-Verkauf dem Verein für Blindenhunde und Mobilitätshilfen, Liestal, übergeben werden. «Rund 2500 bis 3000 Franken kommen in der Regel zusammen», freut sich die naturverbundene Patricia Peter. Die Spenden werden situationsbedingt überwiesen oder persönlich überbracht. Konstant sei lediglich, «dass die Dankbarkeit der Spendenempfänger, uns für alle Mühen entschädigt», ergänzt die gelernte Pflegefachfrau.

Neue Gesichter willkommen
Nachdenklich stimmt Patricia Peter, dass die Motivation rückläufig ist, sich für «Projecta Missio» zu engagieren. «Obwohl wir eine konfessionsunabhängige Gruppierung sind, die sich rein administrativ der Pfarrei anschliesst, wird es zunehmend schwieriger, attraktive Verkaufsartikel zu bekommen und Leute zu finden, die auch bereit sind, aktiv und kreativ in der Gruppe mitzuwirken. «Neuen Gesichtern und dementsprechend neuen Ideen stehen wir offen gegenüber», sagt das 39-jährige aktive Mitglied der Musikgesellschaft Wölflinswil-Oberhof und weist darauf hin, dass Interessierte sich entweder bei ihr persönlich oder auch über die Pfarrei melden dürfen. (gre/)


Wölflinswiler Herbstmärt

An rund 50 Ständen kann am Samstag, 27. Oktober, am Wölflinswiler Herbstmärt gestöbert werden.

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