David Amsler ist der Rad-Aufsteiger des Jahres

Sa, 08. Sep. 2018

Den in Kaisten aufgewachsen, nun in Buchs bei Aarau wohnhaften David Amsler, darf man als «Rad-Aufsteiger» der Saison bezeichnen. Amsler gewann nebst zwei Brugger Abendrennen in Kaisten auch das Fricktaler Rundstreckenrennen. An diesem Wochenende nimmt Amsler an der in Belgien stattfindenden Rad-Europameisterschaft der Polizisten teil.

August Widmer

David Amsler hat einen für den heutigen Sport im Allgemeinen und den Radsport im Besonderen untypische Karriere-Entwicklung hinter sich. Er begann erst mit 26 Jahren regelmässig Rad zu fahren und kommt mit der Teilnahme an den Polizei-Europameisterschaften zu seinem ersten Start im Ausland.

Der am 23. April 1986 geborene David Amsler machte seine ersten Radsport-Schritte also nicht als Jugendlicher in einer Radsportschule, sondern erst, als er seine Ausbildung nahezu schon beendet hatte: «Nach der Schule absolvierte ich eine vierjährige Lehre als Metallbauer in einem Betrieb in Gipf-Oberfrick. Später machte ich die Ausbildung zum Kantonspolizisten». Auf Zweirädern ist der gebürtige Fricktaler, der während der Ausbildungszeit in Kaisten lebte, schon lange unterwegs. Anfänglich waren dies allerdings motorisierte Gefährte: «Bis ich 26 Jahre alt war fuhr ich Motorrad. Nach einem Sturz wurde mir das zu gefährlich. Da ich vermehrt etwas für meine Fitness tun wollte, hörte ich mit dem Motorradfahren auf und kaufte mir ein Mountain-Bike». Nach einem halben Jahr gabs ein Rennvelo. «Ich merkte rasch: Das Rennvelo ist mein Ding. Geschwindigkeit und Fitness lassen sich auf dem Rennvelo besser verbinden». Amsler wollte allerdings mehr als nur Radtouren machen. Vielmehr beteiligte er sich von Beginn weg an Volksrennen: «Zuerst hatte ich am Volksrennen von Gippingen und an den Brugger Abendrennen, wo ich als Hobbyfahrer mit den Junioren und Anfängern zu starten hatte, nur mässigen Erfolg». Immerhin holte sich Amsler in diesen Rennen das Rüstzeug, das es für Spitzenresultate brauchte. Zudem merkte er rasch, dass er mit zunehmendem Training immer besser in Fahrt kam.

Tolle Erfolge in der Saison 2018
Dem eigenen Antrieb zu gehorchen und nicht wegen Drittpersonen unterwegs zu sein ist etwas, was Amsler von jungen Rennfahrern unterscheidet: «Ich fahre gerne Rad. Die Erfolge spornen mich an, mehr zu machen. Dafür brauche ich keine Trainingspläne». Ein grosser Sprung gelang ihm auf diese Saison. In Gippingen gewann er das über 82 Kilometer führende Volksrennen; die Saison der Brugger Abendrennen, wo er in der Jahreswertung 2017 noch den 18. Rang belegt hatte, beendete er in der Hauptkategorie nach zwei Siegen auf dem dritten Rang und das Fricktaler Rundstreckenrennen in Kaisten gewann er im Spurt. Beim Fricktaler Bergrennen von Maisprach auf die Farnsburg landete er bei den Lizenzierten auf dem zweiten Rang.

Sturz machte Leistungssteigerung möglich
Diese frappante Leistungssteigerung führt Amsler auf zwei Umstände zurück: «Im letzten Winter stellte ich das Rennvelo erstmals nicht in den Keller, sondern trainierte auch in der kalten Jahreszeit. Im Frühjahr zog ich mir bei einem Sturz auf Gran Canaria einen Bruch des Schlüsselbeins zu. Was zuerst als grosses Pech aussah, sollte sich im Nachhinein als Glücksfall entpuppen». Um den Schlüsselbein-Bruch auszukurieren, durfte Amsler während mehreren Wochen den Oberkörper nicht bewegen: «Ich nahm gut zehn Kilogramm Körpergewicht ab. Nach der Heilung war ich wegen der Gewichtsabnahme einiges schneller unterwegs».

Polizei-Europameisterschaft steht bevor
Wintertraining und Gewichtabnahme führten zu diesem beachtlichen Leistungsschub. Dieser blieb auch den für den Radsport Verantwortlichen in der Kommission für Polizeisport nicht verborgen. Die waren allerdings schon letztes Jahr auf Amsler aufmerksam geworden. An der Rad-Schweizermeisterschaft der Polizisten war er 2017 Dritter geworden und hatte die Aufnahme in die Rad-Nationalmannschaft der Polizisten gefunden. Nach den in der Saison 2018 gezeigten Leistungen war auch unbestritten, dass Amsler die Schweiz an der Rad-Europameisterschaften der Polizisten, welche an diesem Wochenende in Belgien stattfindet, vertreten wird. Auf dem Programm stehen ein Zeitfahren und ein Strassenrennen. Für Amsler, der sich zivil dem in Kaisten beheimateten Rad-Team «BNP-Costelo-Standcycle» angeschlossen hat, steht an den Europameisterschaften die Teilnahme und der Teamgedanke im Vordergrund: «Alle Schweizer Teilnehmer arbeiten vollamtlich als Polizisten. Ein gutes Abschneiden als Team steht für uns deshalb im Vordergrund». Wer weiss: Vielleicht gelingt dem gebürtigen Fricktaler als Rad-Aufsteiger der Saison 2018 an der Europameisterschaft der Polizisten gleichwohl eine Überraschung.

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