«Ich würde es wieder tun»

Fr, 10. Aug. 2018

Janine Tschopp

Am Anfang läuft es ihr sehr gut. Die stundenlangen Trainings auf dem Sonnenberg und auf dem Chriesiberg haben sich bezahlt gemacht. Nun ist Martina Buchmüller bereits über 20 Kilometer unterwegs. Die Kulisse ist wunderbar. Während des Laufs sieht sie immer wieder das schöne Matterhorn. Die Anstrengung des stetigen Aufstiegs von St. Niklaus Richtung Zermatt macht sich in ihrem Körper langsam bemerkbar. «Das mache ich nie wieder», denkt sie hie und da. In gewissen Phasen des Laufs zweifelt sie, ob sie den Ultra Zermatt Marathon zu Ende laufen wird. Zwischendurch einen Schluck Wasser, ein bisschen Bouillon, und schon geht’s wieder. Wer Martina Buchmüller kennt, weiss, dass sie am Ziel ankommen wird, sofern keine speziellen Umstände dies verhindern. Und sie hat es getan.

Nach sechs Stunden und 52 Minuten erreicht sie ihr Ziel und kommt ganz oben auf dem Gornergrat, auf 3089 Metern über Meer, an. Mit 45 595 Metern Länge und knapp 2000 Höhenmetern gehört der Ultra Zermatt Marathon zu den anspruchsvollsten Marathonstrecken Europas.

«Ich würde es wieder tun, aber nicht gerade jetzt», sagt Martina Buchmüller ein paar Tage nach dem Lauf, wieder zurück in ihrem Haus in Zeiningen. Muskelkater? «Ein bisschen.»

Ein Ausgleich zum Alltag
Sportlich ist die 39-Jährige seit ihrer Kindheit. In der Primarschule beschäftige sich Martina Buchmüller in ihrer Freizeit mit Wettkampfschwimmen. Sie trainierte vier Mal pro Woche. «Irgendwann konnte ich das Wasser nicht mehr sehen.» Sie hatte genug davon, immer nur Längen zu schwimmen und die Sportart für sich alleine auszuüben.

Nach einer sportlichen Pause begann sie zusammen mit einer Freundin zu joggen und nahm 2005 am Frauenlauf teil. 2006 lief sie den ersten Marathon, worauf in den folgenden Jahren sieben weitere folgten. «Es ist ein Ausgleich zum Alltag», sagt sie. Und in Martina Buchmüllers Alltag ist viel los.

Musik als wichtiges Hobby
Martina Buchmüller ist verheiratet und hat zwei Söhne im Alter von acht und sechs Jahren. An zweieinhalb Tagen pro Woche erfüllt sie ein Teilzeitpensum als Lehrerin an der Primarschule in Möhlin. Sie schätzt ihren Beruf sehr. Neben Familie, Beruf und Sport gibt es für sie noch weitere wichtige Hobbys. Eines davon ist die Musik.

Im Kindergarten spielte sie Blockflöte. Später wechselte sie über verschiedene grosse und kleine Blockflöten zur Querflöte. Sie absolvierte das musische Gymnasium in Muttenz und trat in Rheinfelden, wo sie aufgewachsen ist, der Jugendmusik und der Stadtmusik bei. «Damals hatte es bei der Stadtmusik sehr viele Mitglieder, die Querflöte spielten. So nahm ich Unterricht und wechselte auf das Saxophon.»

2009 zog sie mit ihrem Mann nach Zeiningen, woher ihre Mutter ursprünglich stammt. «Am Anfang kannte ich hier kaum jemanden.» So war es für sie ideal, der Musikgesellschaft Zeiningen beizutreten. Bald spielte sie auch aushilfsweise bei der Musikgesellschaft in Hellikon. Am Aargauer Musikfest, das vor kurzem in Laufenburg ausgetragen wurde, spielte sie mit der Zeininger und der Helliker Musik und übt auch während des Jahres mit beiden Vereinen. Seit einem Jahr ist sie Mitglied der Musikkommission in Zeiningen und pflegt die Webseite der Musikgesellschaft Zeiningen. Auch im «klangheimli.ch»-Vorstand engagiert sich die Musikantin.

«Das Schlafen kommt manchmal zu kurz»
Trotz ihres Engagements in der Familie, beim Job, im Sport und bei der Musik findet Martina Buchmüller immer noch Zeit, irgendwo zu helfen. Sie serviert zum Beispiel beim Theater in Zeiningen oder beim Fischessen in Möhlin. Bei den Sternsingern in Zeiningen ist sie Koordinatorin. Am Zeininger Dorffest ist sie als Mitglied des Sub-OKs für einen Teil der Kinderunterhaltung zuständig, hilft bei der Musikgesellschaft Zeiningen und bei den «Chummerbuebä». «Wenn mich ein Verein frägt, dann helfe ich», ist für Martina Buchmüller selbstverständlich. Zudem sei «Nein sagen» nicht ihre Stärke. Es sei ein Geben und Nehmen. Auch für sie sei immer jemand da, wenn sie für ihren Verein Unterstützung brauche. Töpfern, Nähen, Basteln und Backen sind Tätigkeiten, die sie in ihrer freien Zeit ebenfalls gerne ausübt. Wie bringt sie alles unter einen Hut, ohne die Nacht zum Tag zu machen? «Manchmal kommt das Schlafen schon etwas zu kurz», lacht sie. Und Martina Buchmüller hat einfach viel Energie. Es sei ein Geschenk, dass sie sehr entscheidungsfreudig und auch speditiv sei. Auch wenn es ihr schwer fällt: «Ich kann auch auf der Terrasse liegen und einfach nichts tun.»

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