«Der Markt ist hart umkämpft»

Fr, 06. Jul. 2018

Die Bäckerei-Branche steht vor grossen Herausforderungen

Damit sich ein Bäckerei-Betrieb am Markt behaupten kann, braucht es innovatives Mitdenken und Mitentwickeln, sagt Roman Maier. Er ist Geschäftsführer der Laufenburger Bäckerei/Confiserie Maier. Ein Familienbetrieb, der seit 120 Jahren besteht.

Susanne Hörth

120 Jahre Bäckerei-Confiserie Maier ist für die Eigentümerfamilie Maier auch Gelegenheit, kurz inne zu halten und den Geburtstag am 7. Juli mit einem Fest für die Bevölkerung und mit einem Tag der offenen Backstube zu feiern. Sich auf dem bisher Erreichten auszuruhen, dafür ist aber keine Zeit. Die Branche steht vor grossen Herausforderungen, der Markt ist hart umkämpft, so Geschäftsführer Roman Maier. Denn: «Die bequeme Verfügbarkeit von Backwaren an Tankstellenshops und der Preisdruck der Discounter und Supermärkte macht uns Bäckern das Leben schwer. Die Bäckerei-Confiserie-Branche orientiert sich – gewollt oder ungewollt – neu. Der Markt ist im Umbruch, zwei Drittel des Absatzes erfolgen über die Grossverteiler und Discounter respektive alternative Kanäle.» Dazu komme, dass der Konsument sieben Tage rund um die Uhr ein volles und frisches Sortiment verlange, «wobei warm mit frisch gleichgesetzt wird», so Maier.

Als handwerklicher Betrieb positioniere man sich mit einer Qualitätsstrategie. «Wir verwenden, wenn möglich, regionale Rohstoffe, produzieren mehrmals täglich vor Ort und verfügen damit über kurze Vertriebswege.» Maier ist überzeugt: «Als Gegenpol zur Globalisierung und zum Einzug von immer mehr Technologie gewinnen eben auch Werte wie Heimat, Herkunft und Handwerk wieder an Bedeutung. Das ist eine Chance für unsere Branche, für unsere Berufe und für jede gewerbliche Bäckerei-Confiserie, die sich auch als Gastgeberin versteht, über ein solides Fachwissen verfügt und ihr Handwerk beherrscht.» Ein Handwerk, welches auch auf Fachkräfte angewiesen ist, diese würden aber zum Teil fehlen.

Neue Betriebszweige und gesundes Wachstum
Durch die zunehmende Verlagerung des Marktes in andere Segmente seien die Betriebe gefordert, dieser Entwicklung mit griffigen Ansätzen entgegenzutreten. «Darum haben wir zum Beispiel schon vor über 15 Jahren mit dem Beck-Mobil eine spezielle Dienstleistung angefangen», betont Maier. Mit dem Bau der Produktionshalle hat das Traditionsunternehmen auch ein Standortbekenntnis zu Laufenburg abgegeben. Dass sich mittlerweile aber zahlreiche Filialen im Fricktal und auch in anderen Regionen des Kantons verteilen, erklärt Maier wie folgt: «Es gibt verschiedene Erfolgsrezepte. Auch der Kleinstbetrieb kann nachhaltig betrieben werden. Wir haben uns für eine Betriebsgrösse mit einem gesunden Wachstum entschieden, um unseren Mitarbeitern ein top Arbeitsumfeld und Sicherheit zu gewährleisten.»

Dass nun bereits die 5. Generation am Zuge ist, zeigt auch, dass das Beck-Handwerk in der Familie weitergegeben werden konnte. Welches Rezept braucht es, damit das so funktioniert? Darauf Maier: «Wir wurden nie verpflichtet etwas machen zu müssen. Während unserer Ausbildungs- und Studienzeit gingen wir unsere eigenen Wege und profitieren heute davon, dass wir unsere erworbenen Fähigkeiten täglich einbringen können. Die Begeisterung für das Handwerk wurde uns vorgelebt und das hat uns geprägt.»

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