Fricker Läden kämpfen gegen Umsatzeinbussen

Fr, 25. Mai. 2018

Die Situation hat sich verschärft

Der Tenor im Fricker Mitteldorf ist fast einheitlich: Die Umsätze sind teils markant zurückgegangen. Schuld daran ist einerseits die suboptimale Parkplatzsituation durch die Bauarbeiten beim Widenboulevard Nord und Süd. Es gibt jedoch auch andere Gründe. Einzelne Ladenbesitzer kämpfen ums nackte Überleben.

Bernadette Zaniolo

«Es ist frustrierend. Der Motor beziehungsweise unser Antrieb wird nicht mehr gefüttert», so Barbara Meier vom «Wohnambiente» in Frick. Wie fast alle Ladenbetreiber im Mitteldorf stellt auch sie einen Umsatzrückgang fest. Seit der Bautätigkeit für die beiden Widenboulevard-Gebäude spürt sie den Rückgang noch stärker. Den Grund ortet sie jedoch nicht nur in der suboptimalen Parkplatzsituation (weniger oberirdische Parkplätze auf dem Widenplatz und Wegfall der Kiesplätze durch den Bau des Widenboulevard Nord). «Das Angebot ist zu gross», stellt sie klar. Weitere Gründe seien die Bestellungen per Internet, aber auch der Einkaufstourismus. «Wir müssen unserem Dorf Sorge tragen», sagt sie besorgt. Sie gibt sich kämpferisch. «Man muss neue Wege suchen», denn man könne die Entwicklungen nicht zurück drehen. Markant, im zweistelligen Prozentbereich, ist der Umsatz im Laden der Metzgerei Blaser zurückgegangen. Auch hier ortet man den Grund nicht nur bei den Parkplätzen, sondern, dass es immer mehr Geschäfte gebe und die Grossen in letzter Zeit ihre Ladenflächen und das Angebot ausgeweitet hätten.

«So etwas wie die Parkplatzsituation verträgt es dann nicht mehr»
Von einem Überangebot spricht auch Sybille Bachmann vom Baby- und Spielwaren-Fachgeschäft Binkert. In diesem Segment seien die Kunden oft auf Schnäppchen aus. So, wie die meisten Ladenbesitzer entlang der Hauptstrasse im Mitteldorf, hält auch sie fest: «So etwas wie die aktuelle Parkplatzsituation verträgt es dann nicht mehr». Die Kunden wollen direkt oder möglichst nah bei den Geschäften parkieren. Man arbeite immer mehr und unter dem Strich bleibe immer weniger Zeit. Noch schlimmer dann, wenn eine Kundin, die seit Jahren regelmässig von Zürich nach Frick kommt, gebüsst wird, weil sie an der Kantonsstrasse auf der falschen Strassenseite parkiert. «Jemand, der gebüsst wird, kommt nicht wieder», sagt Bachmann.

«Auch ich spüre einen Umsatzrückgang», sagt Charlotte Senn vom Blumen- und Dekorations- sowie Accessoires-Geschäft «Schöner Leben». Die Leute würden wegen der Parkplatzsituation sowie dem Baustellenverkehr gar nicht mehr ins Dorf wollen, um drei bis vier Mal durchs Dorf zu fahren für einen Parkplatz.

Reden und Wege finden, statt jammern
Qualitativ gute Parkplätze sorgen für die «Lebendigkeit des Zentrums», betont Markus Kunz (Bäckerei). Mit Qualität sind oberirdische Parkplätze, an zentraler Lage gemeint. Es nütze nichts, wenn nur auf Quantität geschaut werde oder anders: öffentliche Parkplätze in der Tiefgarage des Widenboulevard Nord zur Verfügung stehen, die nicht genutzt würden. Wie Kunz stellen auch die anderen Ladenbetreiber fest, dass der heutige Kunde am liebsten direkt vor die Ladentüre fahren wolle und vor allem Frauen Tiefgaragen meiden würden. Doch man wolle nicht jammern, sondern zusammen mit dem Gewerbeverein, der Polizei und der Gemeinde das Gespräch suchen, so der einheitliche Tenor. Das Ziel: die Parkierungsmöglichkeiten besser auszuschildern und statt Bussen zu verteilen, die Verkehrsteilnehmer auf Fehler hinweisen und mehr beratend wirken. Vielen ist offenbar nicht bewusst, dass es im Untergeschoss des Widenboulevard 1 (auf der Seite der Post) öffentliche Parkplätze gibt, ebenso beim Restaurant Rebstock. Gemäss Markus Kunz bewegen sich die Umsatzeinbussen bei ihm noch im einstelligen Bereich. Bei 85 Mitarbeitern und einem Rückgang von vier bis fünf Prozent müsse man sich jedoch schon Überlegungen machen.

«Bombastisch» gut
Ganz anders läuft es beim Optik-Uhren-Schmuck-Fachgeschäft von Peter Frey. «Wir hatten Anfang 2018 gegenüber 2017 nochmals ein leichtes Umsatzplus», sagt Frey voller Freude. Er spricht von einem «bombastisch» guten Geschäftsjahr 2017. Eigene Parkplätze und gute Werbung führt er als zwei Gründe für den Erfolg an.

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Kommentare

Da muss ich Frau Gut zustimmen. Abgesehen davon das sich da gewisse läden über umsatz einbussen stören ja sorry wenn ihr artikel für 100 fr verkauft die man sonat wo evt füe 30 bekommt zudem noch extrem unfreundlich ist dann muss man sich schon fragen will ich da noch hin ... und vom Cafe Kunz wollen wir gar nicht reden auf beschwerden reagieren die dann ganz Herrisch. Nicht zu empfehlen !
Die Kunz Bäckerei-Konditorei sollte vielleicht von Ihrem hohen Ross herunterkommen. Herr Kunz wird mehrheitlich unsympathisch wahrgenommen und im Café die Atmosphäre nicht besonders toll, da gibt es deutlich bessere Lokalitäten. Die unglaublich grosse Auswahl an Produkten, welche bestimmt auf einem ganz guten Niveau sind, macht das bei weitem nicht Wett. Das alles macht viel mehr den Eindruck nach Massenproduktion und die Preise werden auch nur nach oben angepasst. Der Kaffee schmeckt schlecht und richtigen Espresso gibt es nicht. Der Kunde bekommt wenig Aufmerksamkeit, eher wird noch versucht weitere Produkte zu verkaufen. Das ist schlecht! Wenn ich fürs Geschäft mehrere Gipfeli einkaufen gehe hat mich die Verkäuferin nicht zu fragen ob ich noch ein Cola dazu haben möchte! Privat würde ich ganz sicher nicht zum Kunz gehen. Parkplatz hin oder her.

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