Hochstamm-Pflanzaktion im Fledermaustal

Di, 13. Mär. 2018

In Hellikon entstand ein Hochstamm-Obstgarten der besonderen Art

Der Naturschutzverein Hellikon griff am Samstag zu den Spaten: auf der Gemeindeparzelle bei der ehemaligen ARA wurden 29 Hochstammapfel und -birnbäume mit 18 seltenen Sorten gepflanzt, darunter auch einige Bäume des dorfeigenen Helliker Totenapfels.

Elf motivierte Mitglieder des Naturschutzvereins Hellikon trotzten dem garstigen Wetter und setzten die Bäume der Baumschule Sindelhof innert viereinhalb Stunden. Die Löcher wurden schon zwei Wochen zuvor vorbereitet. Das beispielhafte Projekt um den Sortengarten Hellikon kommt dank dem unermüdlichen Einsatz von Amandus Brogle zustande.

Die Wahl der gepflanzten Sorten erfolgte nach zwei Kriterien. Zum einen wurden dank der Beratung von Gertrud Burger der Stiftung ProSpecieRara gezielt seltene und alte Kultursorten aus der Region berücksichtigt. Zum anderen spielt die Weiterverarbeitung der zukünftigen Ernte eine wichtige Rolle. Die Äpfel und Birnen sollen längerfristiger in der im letzten Herbst wiedereröffneten Fledermosti verarbeitet werden, um den Kreis zwischen ökologischem Mehrwert und hochwertiger Hochstamm-Produkte zu schliessen. Bei der vielfältigen Gestaltung des zukünftigen Hochstammparadieses konnte Amandus Brogle auf die fachliche Unterstützung von Anja Trachsel, Projektleiterin für Natur und Landschaft beim Jurapark, zählen. Zwischen den Bäumen entstehen verschiedene Asthaufen und Kleinstrukturen. Der fachgerechte Baumschnitt und die fledermausfreundliche Bewirtschaftung der Wiese – zum Beispiel durch gestaffelte Mahd – sollen künftig durch eine Bewirtschaftungsvereinbarung geregelt werden. Unterstützt wird der Sortengarten Hellikon von der Sektion Jagd und Fischerei, vom Jurapark Aargau und von der Gemeinde Hellikon, welche die Parzelle zur Verfügung stellt sowie einen Beitrag für die Unterhaltskosten leistet.

«Wir fördern Fledermäuse im Wegenstettertal»
Die Baumpflanzaktion steht im Kontext weiterer Aufwertungen im Wegenstettertal: Unter dem Jurapark-Projekt «Wir fördern Fledermäuse im Wegenstettertal» wird eine gemeindeund zuständigkeitsübergreifende Zusammenarbeit angestrebt, um die seltenen Fledermäuse im Tal langfristig zu erhalten. Besondere Anstrengungen werden für die vom Aussterben bedrohte Grosse Hufeisennase unternommen. Während den Sommermonaten finden sich die Weibchen im Dachstock der alten Trotte in Wegenstetten zu einer von gesamtschweizerisch drei Kolonien zusammen. Für ihre Jungenaufzucht sind die Weibchen auf Insekten angewiesen, die sie ausschliesslich in Hochstammgärten, Dauerweisen und -weiden finden. Nur durch den Erhalt dieser Landschaftselemente und die Sicherung der einzigartigen Wochenstube im Dachstock kann das Überleben gewährleistet werden. Pro Natura Aargau engagiert sich zusammen mit der Stiftung Ferien im Baudenkmal dafür, dass das «Trottehuus» erhalten bleibt und fledermausfreundlich saniert wird. Zudem ist eben wichtig, dass die Umgebung den Ansprüchen der seltenen Fledermäuse entspricht. Neben Massnahmen in der Landwirtschaft besteht grosses Potential zur Lebensraumaufwertung auch im Siedlungsgebiet, an Siedlungsrändern, entlang der Bäche und Strassen und im Wald. (mgt)

Wer sich ebenfalls für die Fledermäuse im Wegenstettertal einsetzen möchte oder sogar ein konkretes Projekt im Hinterkopf hat, darf sich gerne auf der Geschäftsstelle des Jurapark Aargau melden. Weitere Informationen zur Fledermausförderung finden sich unter www.fledermaustal.ch.

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