Sturmschäden halten die Forstbetriebe auf Trab

| Do, 11. Jan. 2018

Langsam zeichnet sich ab, wie viele Bäume dem Wintersturm Burglind zum Opfer gefallen sind. Dabei ist das Fricktal noch mit einem blauen Auge davon gekommen. Die Forstbetriebe haben aber viel Arbeit. Vorsicht ist im Wald weiter geboten.

Von Valentin Zumsteg, Bernadette Zaniolo

Wer jetzt trotz Warnungen im Fricktaler Wald unterwegs ist, sieht es: Sturm Burglind, der letzte Woche über die Schweiz gefegt ist, hat beträchtlichen Schaden angerichtet. Zahlreiche Bäume sind geknickt oder samt Wurzeln vom Wind gefällt worden. Trotzdem hat das Fricktal noch Glück gehabt: «Der Forstbetrieb Rheinfelden-Magden-Wallbach ist weniger betroffen als gewisse Forstbetriebe in anderen Regionen der Schweiz», erklärt beispielsweise der Rheinfelder Stadtoberförster Kurt Steck. Gemäss ersten groben Schätzungen geht er von 1000 bis 2000 Kubikmetern Sturmholz in seinem Betrieb, der drei Gemeinden umfasst, aus.

 

«Einige Zehntausend Franken Schaden»

Das entspricht 10 bis 20 Prozent der jährlichen Normalnutzung. «Der finanzielle Schaden beträgt einige Zehntausend Franken», erklärt Kurt Steck dazu. Der Forstbetrieb könne dieses Naturereignis finanziell verkraften. Aus Sicht von Steck darf der Wald mit der nötigen Vorsicht und Eigenverantwortung betreten werden. Er rät aber, auf den befestigten Waldstrassen zu bleiben. «Fallholzbereiche und erkannte Gefahrenherde sind unbedingt zu umgehen. Vom Sturm stärker betroffene Waldgebiete sind bis nach den Aufräumungsarbeiten zu meiden», so Steck.

Ähnlich sieht es beim Forstbetrieb Thiersteinberg aus, zu dem die Waldungen von neun Gemeinden im mittleren und oberen Fricktal gehören. «Bezüglich Streuschäden ist das Forstrevier stark betroffen. Es sind jedoch keine grossflächigen Schäden entstanden wie vor Jahren beim Orkan Lothar», schildert Förster und Betriebsleiter Philipp Küng. Er rechnet mit rund 1000 Kubikmeter Fallholz. Dies entspreche einem Zwölftel der durchschnittlichen Jahresnutzung. «Das gefallene Holz ist zurzeit problemlos zu verkaufen», so Küng. Der Aufwand für die Bereitstellung sei aber gross. Aktuell sind die Forstarbeiter damit beschäftigt, die Waldstrassen zu räumen. «Anschliessend kann der Schaden, den der Sturm verursacht hat, genauer abgeschätzt werden.»

 

Gefährliche Arbeit

Aufgeräumt wird auch im Forstbetrieb Mettauertal-Schwaderloch. «Bei uns gibt es einen Schaden von zirka 1500 bis 2000 Kubikmetern. Das entspricht fast einem Drittel der Jahresnutzung. Wir sind daran, die Strassen wieder zu öffnen», erklärt Förster Fabian Bugmann. Dies brauche noch einige Wochen. Die Arbeit sei in der aktuellen Situation gefährlicher für die Forstleute als normal. «Es braucht jetzt ein noch höheres Sicherheitsbewusstsein», so Bugmann. Für Spaziergänger sei es ratsam, die Wälder noch nicht zu betreten.

Der Möhliner Förster Urs Steck braucht mit seinem Team rund eine Woche, um im Forstrevier alle Waldwege wieder zu öffnen: «Wir haben im ganzen Wald Streuschäden und nur an einigen Stellen Flächenschäden. Der Schaden im Gemeindewald ist nicht vergleichbar mit jenem von Orkan Lothar.» Trotzdem: Das Sturmholz entspreche einer halben Jahresnutzung. «Viel Holz ist gebrochen oder zersplittert und kann nur noch als Hackholz genutzt werden. Das Aufarbeiten von Sturmholz ist eine anspruchsvolle und gefährliche Arbeit», so Steck.

Der Möhliner Forstbetrieb stoppe wegen des Sturms die Ausführung der geplanten ordentlichen Holzschläge. Stattdessen werde in Zusammenarbeit mit einer Forstunternehmung das Sturmholz aufgerüstet. «Die Gemeinde verfügt über eigene Absatzkanäle für Hackholz und kann diese Mengen ohne Probleme verwerten. Da vor allem Nadelholz gefällt wurde, muss dieses zwingend geräumt werden, möchte man einer Borkeninvasion im Sommer entgegenwirken. Zudem sind unter Spannung stehende, gebrochene oder hängende Bäume eine Gefahr für die Waldbesucher», betont Urs Steck. Die Fricktaler Forstbetriebe haben also viel zu tun, um die Schäden von Burglind zu beheben.

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