Rettung der Bewohner stand an erster Stelle

| Do, 18. Jan. 2018

Die Tragödie um das Feuer im ehemaligen Hotel Schützen beschäftigt Bevölkerung und Staatsanwaltschaft. Der mutmassliche Brandstifter hat bereits vor ein paar Tagen gedroht, das Gebäude in die Luft zu sprengen.

Von Susanne Hörth

Kalter und schwerer Rauchgeruch liegt an diesem Mittwochmorgen in der Luft. An das Feuer, das vor zwei Tagen im ehemaligen Hotel Schützen in Laufenburg gewütet hat, erinnert aber nicht nur der beissende Geruch. Die Wände des Gebäudes sind russgeschwärzt, manche Scheiben sind zerborsten. Das grosse Gebäude gegenüber des Primarschulhauses Burgmatt ist zudem von Absperrgittern umgeben. Es ist ein Ort, an dem am Montagabend inmitten von Feuer und Rauch Menschen um ihr Leben gebangt haben. Der Brand hatte kurz nach der Alarmierung ein Grossaufgebot an Feuerwehren, Ambulanzen und auch zwei Helikopter nach sich gezogen.

Die Tragödie beschäftigt auch die Bevölkerung. Es wird viel diskutiert, insbesondere nachdem der mutmassliche Brandstifter verhaftet worden ist. Der 24-Jährige hat im «Schützen» gewohnt. Er wird von mehreren Personen, die ihn kennen, als «nicht einfach» beschrieben. Zudem war er den Behörden bekannt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt (siehe Kasten).

 

Ein intensiver Einsatz

Einer, der sich noch lange an den «Schützen»-Brand erinnern wird, ist Urs Weiss. Der Vizekommandant der Feuerwehr Laufenburg und Einsatzleiter am Montagabend spricht von einem intensiven, fordernden Einsatz. Einer, bei dem die Rettung der im Gebäude befindlichen Personen an erster Stelle stand. Beim Brand erlitten sieben Personen zum Teil schwere Rauchgasvergiftungen.

Auch Stadtammann Herbert Weiss eilte am Abend des Feuers zum «Schützen». Für ihn sei in diesem Moment einfach wichtig gewesen, dass das Leben aller gerettet werden konnte. Ausserdem ging es in diesen Stunden auch darum, eine Bleibe für die Leute zu finden. «Die Bewohner konnten ja nicht mehr in das Haus zurück», so der Stadtammann. Einige hätten bei Freunden und Bekannten Unterschlupf gefunden. «Bis auf drei Personen konnten alle privat unterkommen.» Für diese hat die Stadt kurzfristig die Zivilschutzanlage als Unterkunft geöffnet. Wie es nun für die elf Hausbewohner weiter geht, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Herbert Weiss erklärt, dass sie sich als nächstes nun beim Sozialamt der Stadt melden müssen. Bei der Rettung hatten die Betroffenen das bei sich, was sie in diesem Moment auf dem Leib trugen. «Es geht ja jetzt auch um die Wiederbeschaffung ganz vieler Dinge», so Weiss.

 

Liegenschaft nicht mehr bewohnbar

Das Gebäude ist laut Polizei nicht mehr bewohnbar. Das sieht auch Einsatzleiter Urs Weiss so. Im Zuge der Brandbekämpfung mussten unter anderem die Holzböden geöffnet werden. Die Glut breitete sich über die Böden in die Korridore des Hauses aus. Am Dienstagmorgen um 5 Uhr konnten die Brandwache abgezogen werden. Ein grosses Lob spricht Urs Weiss allen Einsatzkräften aus. «Es war ein Miteinander, das sehr, sehr gut geklappt hat.»

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