«Digitalisierung und Automatisierung werden zu grossen Herausforderungen»

| Mi, 20. Sep. 2017

Im Hinblick auf das Wirtschaftsforum vom 21. September spricht Christian Fricker, Präsident Planungsverband Fricktal Regio (Repla), über die Arbeitswelt 2030. Ebenso äussert er sich zu den Veränderungen, auf welche sich die Fricktaler Unternehmen einstellen müssen.

von Janine Tschopp

NFZ: Herr Fricker, wie sieht unsere Arbeitswelt 2030 aus?

Christian Fricker: Es wird noch spezialisiertere Arbeiten, respektive weniger Routine, insbesondere im Dienstleistungssektor, geben. Heutige Berufe verschwinden, neue werden bedeutsam. Das verlangt von den Arbeitnehmern Flexibilität und ständige Weiterbildung, sonst werden die Fachkräfte ausserhalb des Fricktals gesucht. Somit sind Arbeitgeber und Arbeitnehmer stark gefordert und müssen vorausschauend handeln.

Worin sehen Sie die Stärken der Fricktaler Wirtschaft?

Die Fricktaler Wirtschaft ist breit aufgestellt und hat viele innovative Unternehmer. Die internationalen Firmen im Bereich Life Science – die Begriffe «Chemische» oder «Pharma» werden ihren Geschäftsbereichen nicht mehr gerecht – haben mehrere grosse Standorte und sind daher wichtige Arbeitgeber, und auch Auftraggeber für KMU. Die Erschliessung ist dank Bahn und Strassen entlang des Rheins sehr gut.

Das Fricktal ist eine landschaftlich reizvolle Gegend, was es auch als Wohnstandort für potentielle Arbeitnehmer attraktiv macht. Arbeitgeber sind daran interessiert, dass ihr Personal in der Gegend wohnt.

Wo liegen die Schwächen?

Die grosse Bedeutung der Life Sciences beinhaltet ein gewisses Risiko für den Fall von wirtschaftlichen Krisen. Die Chancen überwiegen aber bei weitem. Die Life Sciences sind nicht nur gute Arbeitgeber, sondern auch umweltbewusste. Ihren Glauben ans Fricktal beweisen sie mit Taten: Sie bauen neue Produktions- und Forschungsstätten.

Wenn ich sehe, wie die Schweizer Wirtschaft den Schock des hoch bewerteten Frankens nicht nur überwunden, sondern zum Teil genutzt hat, um konkurrenzfähiger zu werden, stimmt mich das zuversichtlich.

Das Wachstum in den regionalen Zentren war und ist gross. Es wird wichtig sein, dies in nachhaltige Entwicklung umzusetzen. Dabei sind auch die Behörden der Gemeinden gefordert.

 

Wirtschaftsforum Fricktal

Das Wirtschaftsforum Fricktal findet am 21. September in der Mehrzweckhalle Gipf-Oberfrick statt. Das Programm startet um 18 Uhr mit der Begrüssung von Christian Fricker, Präsident Planungsverband Fricktal Regio. Danach spricht Regine Leutwyler, Frau Gemeindeammann Gipf-Oberfrick. Regula Ruetz, Direktorin metrobasel, hält um 18.15 Uhr das Referat «Perspektiven für die Wirtschaftsregion Fricktal». Anschliessend spricht Karin Frick vom Gottlieb Duttweiler Institut zum Thema «Megatrends in der Arbeitswelt: Wie und wo wir in Zukunft arbeiten». Für die Teilnahme ist eine Anmeldung auf fricktal.ch/wirtschaftsforum erforderlich. (jtz)

 

Ganzer Artikel in der abonnierten Print- und Online-Ausgabe der NFZ am Dienstag

 

 

 

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