Her mit dem Kreisel, weg mit dem Kreisel

Do, 12. Apr. 2018

Strassenbauprojekte sorgen für Diskussionen

Beim Autobahn-Anschluss Rheinfelden Ost soll der Kreisel durch eine Lichtsignal-Anlage ersetzt werden. Das Gegenteil passiert in Eiken: Dort wird die heutige Lichtsignal-Anlage durch einen Kreisel ersetzt.

Valentin Zumsteg

Verkehrte Welt: Beim Autobahn-Anschluss Rheinfelden Ost (Fahrtrichtung Zürich) gibt es heute einen Kreisel. Zu Stosszeiten staut sich der Verkehr von Basel herkommend zurück bis auf die Autobahn. Um den Verkehr zu verflüssigen, will das Bundesamt für Strassen (Astra) den Kreisel durch einen Knoten mit Lichtsignal-Anlage ersetzen. Die Pläne liegen seit dieser Woche öffentlich auf. Das Astra rechnet mit Kosten von 5,7 Millionen Franken (die NFZ berichtete).

«Noch ein bisschen mehr Stau»
Genau entgegengesetzte Pläne verfolgt das Astra ein paar Kilometer weiter ostwärts. Beim Autobahnzubringer A3 in Eiken besteht heute ein Knoten mit Lichtsignal-Anlage. Dort staut sich der Verkehr zu den Stosszeiten ebenfalls. Deswegen soll diese Kreuzung mit Lichtsignal durch einen Kreisel ersetzt werden. Die Kosten werden sich auf rund 3,75 Millionen Franken belaufen. Die Plangenehmigungsverfügung liegt bereits vor. Voraussichtlich 2019 sollen die Bauarbeiten für den Kreisel beginnen. Mit anderen Worten: In Eiken wird das Lichtsignal durch einen Kreisel ersetzt und in Rheinfelden wird ein Kreisel durch ein Lichtsignal ersetzt.

Das sorgt für Unverständnis und Diskussionen. Auf der Facebook-Seite der NFZ hat es über ein Dutzend Kommentare zu den Plänen des Astra für den Autobahn-Anschluss Rheinfelden gegeben. «Das ist wieder eine Superidee. Was sind das für Leute, die so etwas planen?», heisst es dort etwa. Oder: «Noch ein bisschen mehr Stau, wenn man vor der Ampel warten muss bis es grün wird und dann noch bis der Vorderste endlich angefahren ist.»

«Projekte können nicht verglichen werden»
Tatsächlich scheint es erklärungsbedürftig, wieso das Astra an den beiden Standorten zu solch unterschiedlichen Beurteilungen kommt. «Die beiden Projekte können nicht miteinander verglichen werden. Jeder Anschluss muss separat von Verkehrsexperten aufgrund der vorhandenen Situation beurteilt werden», teilt Astra-Sprecherin Esther Widmer auf Anfrage der NFZ mit. Die Wahl, ob Kreisel oder Lichtsignal-Anlage, hänge von verschiedenen Faktoren wie beispielsweise Verkehrsaufkommen, Verkehrsbeziehungen und Verkehrsmenge ab. Widmer: «Gewählt wird jeweils das System, welches den besten Verkehrsfluss ermöglicht.» Laut Verkehrsexperten ist das in Eiken neu ein Kreisel und in Rheinfelden eine Lichtsignal-Anlage. Es ist aber wohl nicht auszuschliessen, dass die Situation in ein paar Jahren wieder anders beurteilt wird.

Kommentare

Es braucht nicht eine Sanierung der Autobahnanschlüsse Rheinfelden, sondern eine neue Ein-/Ausfahrt Zeiningen!
Die Situation in Rheinfelden kann ich nicht einschätzen, bezweifle aber allerhöchst, dass der Verkehr durch eine Lichtanlage aus Erfahrung nicht fliessender wird. Das Problem für den Stau sehe ich hierbei beid den darauffolgenden Lichtanlagen. Hingegen bei Eiken einen Kreisel zu bauen ist totaler Schwachsinn. Es fahren dort LKW's mit sehr langen Komponenten über die Kreuzung und würden durch den Kreisverkehr stark behindert. Die Hauptverkehrsader ist nach wie vor Laufenburg - Basel. Daher sollte dieser Durchgang, welcher künstlich dem Terrain angehoben wurde, wieder abgesenkt werden. Die Durchfahrt Sisseln - Eiken sollte dann mit einer Überführung über der anderen Route verlaufen. Die jeweiligen Ein- und Ausfahrten sollten mit Einspurstrecken gelöst werden. Das Terrain wäre ideal für dieses Projekt, aber man baut in ein paar Jahren lieber wieder auf Lichtsignale um und hat schlussendlich das Vierfache ausgeben.
Des Kreisels liebste Freunde, verdienen ihr Geld damit. Auf der anderen Seite, frisst er Geld und Land. Und erst die zwingende Kunstschändung im Zentrum. Hier eine Schwergewichtsmauer mit Bepflanzung. Also, wir hätten gerne eine Funktionsgarantie, mitsamt den berechneten Durchflusswerten. Wird der tägliche Leistungstest nicht bestanden, setzt es eine Pönale ab jede Woche. Von der Superverkehrsplanungsexpertenfirma. Auf Basis der ES 2015, darf so viel graue Energie, gar nicht mehr so hemmungslos verschwendet werden. Oder?

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