«Wir wollen keinen Reputationsschaden für das GZF»

Di, 10. Apr. 2018

Meinungen zur beschleunigten Neuausrichtung beim Spital Laufenburg

Die reine Standortfrage dürfe nicht an erster Stelle stehen, sonst laufe man Gefahr, dass das Fricktal plötzlich ganz ohne Spital dastehen könnte, sagt ein Fricktaler Grossrat. Insgesamt hofft man aber auf eine gute Lösung für den Standort Laufenburg.

Susanne Hörth

«Für die Abgänge der Ärzte habe ich kein Verständnis und bin enttäuscht über das abrupte Vorgehen», sagt der Laufenburger Stadtammann Herbert Weiss. Auf Grund der Situation habe er aber ein gewisses Verständnis für die nun beschleunigten Überlegungen betreffend Neuausrichtung beim Standort Laufenburg. Er hofft natürlich, dass für den Standort Laufenburg nach einer Lagebeurteilung eine gute Lösung gefunden werden kann. Wichtig sei, dass hier zumindest eine gute Erstversorgung angeboten werden könne. Weiter hofft er, dass die nun nötige Analyse auch zu einem zufriedenstellenden Ergebnis für das GZF führt. «Wir wollen auf keinen Fall einen Reputationsschaden für das Gesundheitszentrum Fricktal. Die Kunden, das sind ja die Patienten, sollen nicht plötzlich in andere Spitäler gehen, weil diese ein vermeintlich besseres Angebot zur Verfügung stellen.»

Für Herbert Weiss ist nun wichtig, dass bei der Entscheidungsfindung für das Wie-Weiter beim Spital Laufenburg keine Hysterie ausbricht. Zu den beiden von den GZF-Verantwortlichen angedachten Szenarien meint Weiss: «Vielleicht ergibt sich bei den Abklärungen noch eine dritte, bisher nicht bekannte Lösung.»

Das sagen Fricktaler Grossräte
«Ich begrüsse die Strategie des GZF. Selber handeln und eigene Szenarien umsetzen stärkt die Position des GZF», so die Reaktion von Gertrud Häseli, Grünen-Grossrätin. CVP-Grossrat Werner Müller ist überzeugt, dass erst nach der Informationsveranstaltung vom 23. April und weiteren Gesprächen mit der Spitalleitung eine umfassende Beurteilung der Situation vorgenommen werden kann. Dass sieht auch SP-Grossrätin Elisabeth Burgener so. Werner Müller fügt an: «Ich bin klar der Meinung, dass wir uns für eine Lösung einsetzen müssen, welche für das ganze Fricktal einen Nutzen bringt. Die reinen Standortinteressen dürfen da nicht an erster Stelle stehen, sonst besteht die Gefahr, dass am Schluss das Fricktal ohne Spital dasteht.»

Eine reine Konzentration auf den Standort Rheinfelden befürwortet Elisabeth Burgener nicht. Sie ist überzeugt, dass am Standort Laufenburg festgehalten werden muss. Deshalb setzt sie grosse Hoffnungen darauf, dass sich die Fricktaler Grossräte auch weiterhin gemeinsam für eine gute Lösung und damit auch für den Standort Laufenburg einsetzen werden. Sie weiss aber, es wird nicht einfach. «Grundsätzlich weiss man ja, dass in den nächsten 10 bis 20 Jahren grosse Herausforderungen auf uns zukommen betreffend Alterspflege- und -betreuung. Das aber auf- und auszubauen braucht Zeit. In Laufenburg wird aber eine kurzfristige Lösung gesucht.» Sie glaubt deshalb, dass es jetzt eher Richtung Szenario 1 gehen müsste.

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