Kritische Stimmen zur Asylunterkunft im alten Schulhaus

Di, 13. Mär. 2018

Idee des Kaister Gemeinderats stösst auf wenig Verständnis

Warum das alte Schulhaus Ittenthal später nicht als erweiterte Gemeindeverwaltung nutzen, sagt der Ittenthaler Kommunikationsfachmann Christoph Grenacher.

Susanne Hörth

Die Überlegung des Kaister Gemeinderates, das alte Schulhaus Stalden im Ortsteil Ittenthal in eine Asylunterkunft umzunutzen, stiess am Infoabend vor einer Woche auf einige Kritik (die NFZ berichtete). Einerseits, weil sich dort die Spielgruppe sehr gut eingelebt hat, andererseits auch, weil das etwas ausserhalb gelegene Gebäude nicht optimal für die Asylsuchenden sei. Eine klare Meinung zum Vorschlag des Gemeinderates hat der in Ittenthal wohnhafte Kommunikationsfachmann Christoph Grenacher. «Integration, also das Bemühen, die Flüchtlinge vom ersten Tag an in unserer Gesellschaft willkommen zu heissen, geht anders als die Flüchtlinge zu verstecken und an einen geografischen Dorfzipfel zu verbannen. Da wäre es ehrlicher, der Gemeinderat würde seine Gedanken öffentlich machen, hinstehen und sagen: Nein, wir wollen diese Menschen nicht.»

In Bezug auf vorläufig aufgenommene Asylsuchende – um solche geht es bei einer möglichen Asylunterkunft im Ortsteil Ittenthal – würden die betroffenen Personen wissen, dass sie raschmöglichst wieder in ihre Heimat zurück müssen. «Es ist darum auch nicht einzusehen, weshalb den Gemeinden Lasten übertragen werden, nur weil die nationalen Behörden nicht in der Lage sind, das Gesetz zu vollziehen», so Grenacher. Ihm erscheint zudem die Summe von 500 000 Franken für die baulichen Massnahmen zu hoch. «Zumal ich mir auch nicht vorstellen kann, wie die Schulräume in Wohn- und Schlafräume umgestaltet werden können und eine genügende, die hohen Kosten rechtfertigende Auslastung aufgrund der schwankenden Zahl der Asylsuchenden, höchst unsicher ist.»

Warum nicht als Gemeindehaus nutzen?
Christoph Grenacher erinnert daran, dass die Gemeinde, als sie in der Liegenschaft Stalden Teile des Werkhofs unterbrachte, auch die strategische Bedeutung dieser Immobilie für Kaisten hervorgehoben habe. «Wenn die Gemeinde jetzt antönt, sie brauche alsbald zusätzlichen Raum für die Verwaltung, würde ich eine Etablierung von Teilen der Verwaltung im Stalden einem teuren und architektonisch heiklen Neubau im Bereich des jetzigen Gemeindebaus aus finanziellen, organisatorischen und strukturellen Gründen vorziehen.» Er schlägt deshalb vor, dass sich der Gemeinderat ebenfalls mit diesem Szenario befassen sollte.

Grenacher ist überzeugt, dass eine moderate, kostengünstige Sanierung jener Liegenschaften, in denen die Asylsuchenden bisher untergebracht wurden, möglich wäre und vielfachen Nutzen bringt. «Es ist die mit Abstand wohl billigste Lösung, die Gemeinde verschafft sich somit auch Luft, ein das ganze Gemeindegebiet abdeckendes Parkraumkonzept zu erstellen und die Parzellen der beiden bisher für die Unterbringung der Asylsuchenden eingesetzten Liegenschaften möglicherweise dafür zu nutzen – oder für weitere Schulbauten.»

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