Es braucht den Heiratswillen aller

| Do, 08. Feb. 2018

«Persönlich bin ich überzeugt, dass früher oder später kein Weg an einer Gemeindefusion vorbeiführen wird», sagt Rolf Häusler. Der Schwaderlocher Gemeindeammann sieht die Chance in einem grösseren Gebilde: einer Grossgemeinde Laufenburg.

Von Susanne Hörth

An der Fricktalkonferenz vor zwei Wochen hatte der Schwaderlocher Gemeindeammann Rolf Häusler bedauert, dass das Thema Fusion in der Teilregion 5 bisher nicht aufgegriffen wurde. Ziel der insgesamt fünf Fricktaler Teilregionen ist es, dass in diesen geografisch zusammenhängenden Gebieten gemeinsame Anliegen in regelmässigen Behördentreffen besprochen und gegebenenfalls miteinander angegangen werden. Für die Teilregion 5 hofft Rolf Häusler, dass sein Anliegen beim kommenden Treffen im April in Sulz nun vielleicht zur Sprache kommt.

 

Leidensdruck zu klein

Die Suche nach einem Fusionspartner ist in Schwaderloch nicht neu. Die Gemeinde hat ihre Fühler schon in verschiedene Richtungen ausgestreckt, Abklärungen gemacht und Abstimmungen durchgeführt. Trotzdem ist die Fricktaler Rheingemeinde an der Grenze zum Zurzibiet nach wie vor alleine unterwegs. Einen guten Weg für die Zukunft, und das nicht nur für Schwaderloch, sondern die ganze Region, sieht Rolf Häusler in einer Grossgemeinde. Doch dafür sei es wahrscheinlich noch zu früh, «es ist kein Leidensdruck vorhanden.» Das denkt auch der Laufenburger Stadtammann Herbert Weiss. Er hält gleichwohl fest, dass es angesichts der vielen Aufgaben, die auf den Gemeinden lasten und auch noch zukommen werden, eine gemeinsame Stärke braucht. Nur so könne man sich auch mit Erfolg wehren. In Bezug auf die Teilregion 5 findet Weiss: «Es ist wichtig, dass wir die regelmässigen Treffen nutzen, um uns besser kennenzulernen und auch, um gegenseitig Vertrauen aufzubauen.»

Zurückhaltung beim Thema Fusion ist ebenfalls beim Kaister Gemeindeammann Arpad Major zu spüren. Es gehe letztlich auch darum, Eigeninteressen zu wahren, aber vertiefte Zusammenarbeit in Teilbereichen sei sicher wünschbar. Bei einer Grossgemeinde «Teilregion 5» glaubt Major nicht, dass die bisher kleinräumigen Gemeinschaften noch wie bis anhin funktionieren würden. «Unser Milizsystem baut unter anderem darauf, dass die Behördenmitglieder zu einem grossen Teil die Leute und das Dorf kennen.» Das sei bei einem grösseren Gebilde kaum noch möglich. Deshalb: «Eine solche Grossgemeinde würde mehr von der Verwaltung als von der „Regierung“ aus funktionieren.»

Dass es, so wie es heute ist, gut funktioniert, macht Peter Weber, Gemeindepräsident der Fusionsgemeinde Mettauertal, deutlich. «Ob es mittelfristig weitere Zusammenschlüsse in unserer Region braucht, ist momentan Spekulation. Wir sind in unserer Gemeinde gut aufgestellt und streben keine weiteren Projekte an.» Er führt dennoch an: «Sollte es aber ernsthafte Bemühungen geben oder gewisse Gemeinden so in Not sein, dass es neue Lösungen braucht, sind wir sicher offen.» Ob es dann eine Grossgemeinde sein würde oder andere Varianten sinnvoll seien, sei aus heutiger Sicht schwierig abzuschätzen.

Eine Grossgemeinde Teilregion 5 halte er für kein Hirngespinst, sagt der Gansinger Gemeindeammann Mario Hüsler, Aber: «Eine Heirat darf nicht ein Muss sein, sondern ein Wollen. Der Wille in der Bevölkerung in jeder einzelnen Gemeinde muss spürbar sein.» Es brauche keinen Druck einzelner Player oder Organisationen. Auch keine Diskussionen über ein Steuerprozent mehr oder weniger. Lasse man den Willen zu einer solchen Heirat wachsen, so «kann oder könnte es auch zu einer Chance werden», sagt Hüsler. Aktuell sei aber in Gansingen ein solcher Heiratswille bei der Bevölkerung kaum spürbar. Hüsler weiss aber, dass die Zeit wie auch einzelne Ereignisse einen solchen Willen plötzlich schnell wachsen lassen können.

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