Schon als Bub hat er Feuer fürs Radio gefangen

| Fr, 01. Dez. 2017

In der Primarschule bereits war sein Berufswunsch klar: Radiomoderator. Als Oliver Wagner aus Wölflinswil vor fünf Jahren die Morgenshow bei «Radio Argovia» übernahm, gab es für ihn vorerst kein Ziel mehr.

von Janine Tschopp

Als kleiner Bub besuchte er zusammen mit seinen Eltern die Aargauer Messe in Aarau (AMA). Oliver stellte sich auf einen langweiligen Ausflug ein. Als er in der Messehalle den Stand von «Radio Argovia» entdeckte, war er hin und weg. «Die Musik, die vielen Knöpfe und die Moderatoren faszinierten mich», erinnert sich Oliver Wagner an einen prägenden Moment. Genau ab diesem Zeitpunkt gab es für ihn nur noch einen Berufswunsch: Posti-Chauffeur und Fussballer waren passé, aktuell war Radiomoderator. Und das änderte nie mehr. In der Primarschule trug er im Freundschaftsbüchlein bei «Was ich später einmal werden möchte?» immer den einen Wunsch ein: Radiomoderator. Genauso klar war für ihn auch, dass er bei «Radio Argovia» arbeiten will. Denn das war das Radio, das er an der AMA gesehen hatte, und es war auch der Sender, den seine Eltern zu Hause immer hörten.

 

Home-Studio

Weil er noch so lange warten musste, bis er seinen Traumberuf ausüben konnte, richtete sich Oliver Wagner in seinem Kinderzimmer schon mal sein Home-Studio ein. Mikrofon und Mischpult von Papi, Discman vom Bruder und CDs von der ganzen Familie sorgten für den richtigen Sound. Mit dem Babyfon sendete er runter zu Mami in die Stube. Ab und zu hat er sie für das Lesen der Nachrichten in sein Home-Studio aufgeboten. «Ich war immer der Chef bei meinem Radio und habe die Jobs verteilt.» Das Radio im Kinderzimmer wurde immer professioneller, als dann auch noch ein Computer zum Einsatz kam. Um aktuelle Nachrichten zu lesen, nahm Oliver Wagner die Arvogia-Nachrichten auf Band auf und schrieb sie ab. Auch das Radio-Signet nahm er auf Band auf und spielte es während seiner Sendungen immer wieder ab. «Ich war ein Freak und hatte für nichts anderes Zeit als für mein Radio. Ich zog es oft vor, in meinem Home-Studio zu sein anstatt mich mit Kollegen zu treffen.» Das Feuer und die Freude am Radio trägt der 31-Jährige auch heute noch in sich: «Ich bin fasziniert von dieser Welt. Man ist in einem Studio, spricht in ein Mikrofon, und draussen kann es jeder hören. Ob jemand am Autofahren, zu Hause oder bei der Arbeit ist.»

Im Teenager-Alter absolvierte Oliver Wagner immer wieder Schnuppertage bei «Radio Argovia». «Ich glaube, ich habe die Moderatoren dort langsam genervt», lacht er rückblickend. Er erhielt den Tipp, sich beim Alternativsender «Kanal K» zu melden. Uns so durfte er als 14-jähriger Schüler eines Mittwochnachmittags im Studio des «Kanal K» eine eigene Sendung aufnehmen, die später auch ausgestrahlt wurde.

Nach der Schulzeit absolvierte er eine Kaufmännische Lehre bei K. Studer AG in Frick. «Ich habe meine Lehrzeit in sehr guter Erinnerung, wusste aber schon von Anfang an, dass ich nicht bleiben will.» Denn sein Traum liess ihn auch während der Lehrzeit nicht los. Nach der Lehre leistete er Militärdienst, und während dem Dienst bewarb er sich auf eine Stelle beim solothurnischen «Radio 32». «Peter Stutz, der mich von meinen Schnuppertagen bei ‹Radio Argovia› kannte, war damals Moderationsleiter bei ‹Radio 32›.» So kam es, dass Oliver Wagner das Militär abschloss, und drei Tage später seine Arbeit als Moderator bei «Radio 32» aufnahm. Dann verliess er erstmals seine Heimat Wölflinswil. «Der Arbeitgeber verlangte von mir, ins Sendegebiet zu ziehen.»

Mit 25: Ziel erreicht

Sein Moderationsvorbild Peter Stutz wechselte wieder zu «Radio Argovia» und informierte Oliver Wagner, dass eine Moderatorenstelle frei sei. «Als er mich zum ersten Mal informierte, absolvierte ich gerade einen Sprachaufenthalt in San Diego.» Es gab aber eine zweite Chance für Oliver Wagner. So wechselte er nach vier Jahren Tätigkeit bei «Radio 32» am 1. Mai 2010 zu dem Radiosender, von welchem er seit seiner Kindheit träumte. Als er 2012 die Morgenshow zusammen mit Daniel Studer übernehmen durfte, war er 25 Jahre alt und hatte sein grosses Ziel, das er seit der Primarschule mit sich herumtrug, erreicht. «Und jetzt?», fragte er sich. Es gab doch noch eine Steigerung: Seit einigen Jahren leitet Oliver Wagner die Moderationsabteilung von «Radio Argovia». Seit dem 1. Oktober 2017 ist er Leiter Moderation Radio der gesamten AZ-Gruppe und verantwortlich für 19 Moderatoren bei «Radio Argovia» in Aarau, «Radio 24» in Zürich und «Virgin Radio», das 2018 auf Sendung geht.

Intensive Verbindung zu Wölflinswil

Auch wenn er zwischenzeitlich in Rupperswil wohnt, hat Oliver Wagner eine enge Verbindung zu seiner Heimatgemeinde. Sein Vater und seine beiden Onkel führen noch bis Ende Jahr den Familienbetrieb «Gebr. Wagner» in Wölflinswil. Altershalber werden sie das Geschäft Ende Jahr an andere Inhaber übergeben. Oliver Wagner hätte es sehr interessiert, den Familienbetrieb weiterzuführen. «Wahrscheinlich viel mehr, als meine Verwandten und Kollegen glauben.» Für ihn war aber klar, dass das ohne Fachwissen keine ideale Lösung ist.

Als Passivmitglied des Turnvereins ist Oliver Wagner im Januar an der kommenden Turnershow in Wölflinswil engagiert und für das Schneiden der Musik verantwortlich. Der Radiomann kommt oft und immer wieder gerne ins Fricktal. Sei es für einen Besuch bei seinen Eltern oder auch fürs Fussball-Training beim FC Frick.

Neuen Kommentar schreiben

CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und automatisiertem Spam vorzubeugen.

Kommende Events

Stellen

Immobilien

Diverses