«Die Sprache spielt eine zentrale Rolle»

| Di, 19. Dez. 2017

Schwieriger Weg in einem unbekannten Land mit fremder Sprache und Kultur: Das Sprachpanorama Laufenburg und das Projekt «mit.dabei-fricktal» luden zu einem Filmabend mit anschliessender Podiumsdiskussion.

von Dieter Diess

Dichtes Gedränge herrschte im Gewölbekeller beim Sprachpanorama Laufenburg, als Florence Aggeler den Abend eröffnete. In ihrem kurzen Referat stellte die Sprachwissenschafterin und Leiterin des Sprachpanoramas die Bedeutung der Sprache für die Integration dar. «Sprache ermöglicht, erschwert oder verhindert Zugang zu Gruppen», meinte sie und untermauerte dies mit Zitaten aus einer Studie, die aufzeigt wie Migrantinnen in Kanada ihre Situation erleben. «Die Sprache spielt beim Zusammenleben eine zentrale Rolle», führte sie aus und relativierte dies aber insofern mit der Aussage, dass das gegenseitige Verstehen nicht von perfekter Sprache abhängig sei.Im Mittelpunkt des Abends stand der rund 90 Minuten dauernde Dokumentarfilm aus dem Jahr 2013 von Anna Thommen. Das mehrfach ausgezeichnete Werk beschreibt den zweijährigen Lehrgang einer Integrationsklasse aus Basel. Mit grossem Engagement versucht Lehrer Christian Zingg den aus den verschiedensten Krisenländern stammenden Schülerinnen und Schülern den Zugang zur Schweiz zu ebnen.

In der anschliessenden Podiumsdiskussion unter der Leitung von Regula Laux ging man zunächst auf den Film ein. So meinte der Schriftsteller Christian Haller: «Es. war für mich interessant, auch die gestische Sprache zu verfolgen. Die jungen Leute im Film sind eingezwängt in Machtstrukturen zwischen Staat, Lehrer, aber auch der Kamera.» Frida Tapia von «mit.dabei-fricktal», peruanische Einwandererin, merkte an, dass sie sich in einem Teil des Films selber erkannt hatte. «In den ersten zwei bis drei Jahren in der Schweiz habe ich sehr gelitten.» Stadträtin Regina Erhard hat im Film gespürt, dass das Leben der dort geschilderten jungen Menschen schon jetzt nicht so toll war. «Nun werden sie plötzlich mit unserem System konfrontiert.» Die Ärztin Elisabeth Hesse machte darauf aufmerksam, dass jedes Wort, das wir einem Menschen gegenüber äussern, unter Umständen lebenslängliche Folgen haben kann.

 

Ganzer Artikel in der abonnierten Print- und Online-Ausgabe der NFZ am Dienstag

 

 

 

 

 

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