«Wir wollen niemanden zwangsrekrutieren»

| Do, 09. Nov. 2017

Die Feuerwehr Rheinfelden braucht jedes Jahr rund zehn neue Feuerwehrleute, um die Abgänge zu kompensieren. Bei der Rekrutierung geht man jetzt neue Wege.

Von Valentin Zumsteg

Das Interesse am Feuerwehrdienst ist von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich. «2016 besuchten rund 100 Leute die Rekrutierungsveranstaltung, der Saal waren proppenvoll. Wir wurden richtiggehend überrascht, Es gab aber auch Jahre, da kamen nur zehn Personen», erklärt Marco Bischoff, Chef Rekrutierung bei der Feuerwehr Rheinfelden. Von den rund 100 Interessierten des vergangenen Jahres leisten heute 11 Personen Feuerwehrdienst. «Das ist ein guter Wert. Pro Jahr brauchen wir zirka zehn neue Feuerwehrleute, um die Abgänge zu kompensieren», schildert Bischoff. Zu viele Leute, die dann wieder abspringen, wolle man nicht ausbilden. Aktuell zählt die Feuerwehr Rheinfelden 106 Mitglieder, der obligatorische Soll-Bestand liegt bei 83.

Grundsätzlich ist der Feuerwehrdienst obligatorisch – ebenso wie die Teilnahme an der Rekrutierungsveranstaltung. Wer keinen Feuerwehrdienst leistet, muss eine Ersatzabgabe zahlen. «Es bringt aber nichts, wenn wir die Leute zwangsrekrutieren. Die Feuerwehr Rheinfelden will niemanden zwingen Dienst zu leisten, wenn kein Interesse besteht», erklärt Bischoff. Vielmehr wolle man die Leute motivieren, an der Infoveranstaltung teilzunehmen.

In diesem Jahr geht man dafür neue Wege. Rund 260 Männer und Frauen mit dem Jahrgang 1994 sowie Zuzüger haben ein Aufgebot für die Rekrutierungsveranstaltung vom 21. November erhalten. Anmelden können sie sich zum ersten Mal auf einer Webseite. Auf dieser Seite gibt es viele Informationen über die Feuerwehr. Gleichzeitig werden sechs Rheinfelderinnen und Rheinfelder vorgestellt, die sich bei der Feuerwehr engagieren. Sie erklären, was sie dazu bewegt, einen Teil ihrer Freizeit für die Allgemeinheit zu verwenden. «Die Feuerwehr bietet viele verschiedene Aufgaben. Es hat für jeden etwas dabei», betont Bischoff.

Wer trotzdem nicht zur Feuerwehr will, kann sich auf der Webseite abmelden. Er muss seinen Entscheid aber begründen. Es wird zwar nochmals nachgefragt, doch in der Regel werde die Begründung akzeptiert, so Bischoff. «Wer sich weder ab- noch anmeldet und an der Rekrutierung nicht teilnimmt, der kann auch gebüsst werden. Das machen wir aber eigentlich nicht», führt Bischoff aus.

Die Verantwortlichen hoffen jetzt, dass die Rekrutierungs-Webseite zu mehr Zusagen für den Feuerwehrdienst führt. Bischoff: «Wir freuen uns auf eine rege Beteiligung.»

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