Die «Gallier» von «Üttlete»

| Fr, 13. Okt. 2017

Wie Asterix und Obelix im kleinen Gallierdorf will auch die Ladengenossenschaft Ittenthal beweisen, dass sie mit ihrem Dorflädeli neben den Grossen bestehen kann. Dafür braucht es manchmal ungewöhnliche Wege.

von Susanne Hörth

 

Der kleine Genossenschaftsladen im Kaister Ortsteil Ittenthal lässt sich nicht unterkriegen. Seit Jahren schon muss das Lädeli ums Überleben kämpfen. Als im letzten Jahr der Hauptlieferant Volg der Genossenschaft die Zusammenarbeitet gekündigt hatte, weil die geforderten Umsatzzahlen nicht erreicht werden konnten, schien das Ende schon besiegelt. «Wir mussten zwischen Aufgeben und Kämpfen entscheiden», so Peter Kalt, Präsident der Ladengenossenschaft. Der Entscheid war schnell gefällt. «Wir haben uns fürs Weitermachen entschieden und in Migrolino einen neuen Partner gefunden.» Auf die neue Zusammenarbeit angesprochen, meint er: «In einer neuen Partnerschaft muss man sich erst aneinander gewöhnen. Es lief bei uns auf beiden Seiten nicht immer rund. Wir haben aber gespürt, dass uns Migrolino eine Chance gibt, wenn auch wir uns bewegen. Und das tun wir.»

Peter Kalt weiss, dass der Ittenthaler Laden auch für Migrolino Neuland ist. «Bis anhin war die Belieferung der Dorfläden keine Kernkompetenz von Migrolino. In einem Dorfladen wird anders eingekauft als in einem Tankstellenshop.» Als Beispiel nennt er, dass Migrolino in seinen Tankstellenshops keine gemahlenen Mandeln anbietet. Die sind dort nicht gefragt. Im Dorfladen hingegen schon. «Wir wollen und müssen andere Dinge anbieten können als der Tankstellenshop.»

Gemeinsam mit dem neuen Partner sei zudem der Artikelbestand überarbeitet worden. «Es gibt halt jetzt das Olivenöl vom neuen und nicht vom bisherigen Lieferanten. Die Kunden mussten sich an die neuen Produkte gewöhnen.» Wenn dieses Umgewöhnen nicht stattfindet, beziehungsweise stattgefunden hätten «dann müssten wir ganz einfach schliessen.»

 

Immer wieder neue Hürden

Die Journalistin steht mit den Vorstandsmitgliedern sowie den Verkäuferinnen im kleinen Dorfladen und möchte wissen, warum sie sich trotz immer wieder neuer Hürden für dessen Erhalt einsetzen. Peter Kalt schmunzelt. «Es ist bei uns halt wie mit dem kleinen Dorf in Gallien. Wir zeigen allen, dass wir es schaffen.» Verkäuferin Irene Grenacher ergänzt: «Wenn wir am Ende des Jahres von einer älteren Ittenthalerin einen Brief erhalten, in dem uns für unser Engagement und damit die Möglichkeit, im Dorf einzukaufen von Herzen gedankt wird, dann wissen wir, warum es sich lohnt.»

Und der Einsatz geht weiter. Die Vorstandsmitglieder waren kürzlich in Ittenthal von Haustür zu Haustür, insbesondere bei Neuzuzügern unterwegs und haben den Laden vorgestellt. Mittels Umfrage auch den Puls der Leute spüren wollen. Die Auswertung der Umfrage zeigt ein positives Bild. «Jetzt müssen die Leute einfach noch vermehrt bei uns einkaufen», so Verkäuferin Sonja Moritz. Ausserdem wurde der Laden neu gestaltet und regionale Produkte ins Sortiment aufgenommen. Ab November wird als weitere Attraktivitätsssteigerung die Ladenöffnungszeit erweitert. Mit den Dienstag- und Freitagabendöffnungszeiten von 17 bis 19 Uhr soll speziell auf eine weitere Neuerung im Angebot aufmerksam gemacht werden. Künftig wird hier offener Raclettekäse in verschiedensten Varianten erhältlich sein. «Man muss, um ein Ziel zu erreichen, auch manchmal aussergewöhnliche Wege gehen», sagt Kalt.

 

Degustationanlass

 

Probiert werden können diese Raclette-Spezialitäten bereits an einem besonderen Event. Nicht im Laden, sondern in der Mehrzweckhalle Ittenthal lädt das Laden-Team am Sonntag, 22. Oktober, von 11.30 bis 18 Uhr zum Degustieren der Raclettspezialitäten ein. Anmeldungen: 062 871 24 73, morgens oder ladenittenthal@bluewin.ch)

 

 

 

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