«Die Informationspolitik ist katastrophal»

| Do, 12. Okt. 2017

Derzeit wird der Belag in der Kirchgasse in Rheinfelden erneuert. Anwohner kritisieren die Informationspolitik der Stadt.

Von Valentin Zumsteg

Die Kirchgasse in Rheinfelden ist eine Baustelle. Wie zuvor schon in der Jagdgasse und der unteren Bahnhofstrasse wird derzeit der Belag ausgewechselt und der Strassenraum neu gestaltet. «Es läuft alles andere als optimal. Ich habe Verständnis dafür, dass es bei solchen Bauarbeiten zu Behinderungen kommt. Aber die Informationspolitik der Stadt ist katastrophal», erklärt Grossrat Peter Koller. Er wohnt am Gustav Kalenbach-Platz und hat dort auch sein Motorrad abgestellt. Letzte Woche musste er aber feststellen, dass er wegen der Baustelle plötzlich nicht mehr wegfahren konnte. «Das alles ohne Vorankündigung. Nachbarn konnten nicht einmal das Auto rechtzeitig umparkieren», erklärt Koller.

 

«Ein Chaos auf der Strasse»

Zwar habe er zwei Briefe mit Informationen erhalten, aber darin stand nicht, ab wann die Zufahrt komplett gesperrt ist. «Ich schrieb deswegen der Bauverwaltung, doch ich habe keine Antwort erhalten», ärgert sich Koller. Schliesslich habe er sich an einen Polier der Baufirma gewandt, dieser habe nach einigem hin und her eine kleine Brücke aus Holz montiert, so dass Koller mit seinem Töff wieder weg- und zufahren kann.

«Es ist ein Chaos auf der Strasse», sagt Ursula Gerber, die an der Kirchgasse 6 einen Coiffeursalon betreibt. Auch sie fühlt sich schlecht informiert über die Arbeiten. «Ich muss immer aufpassen, dass sie mir den Zugang zum Geschäft nicht komplett zumachen. Einmal war ein Absperrband beim Eingang. Doch dagegen habe ich mich gewehrt. Ich bin angewiesen darauf, dass die Kundschaft kommt», sagt die Coiffeuse und fügt ironisch an: «Es gibt wahrscheinlich noch zu viele Geschäfte in Rheinfelden, die nicht geschlossen sind.» Da sie auch ältere Kunden hat, die einen Rollator brauchen, ist die jetzige Situation für ihr Geschäft nicht einfach.

Was sagt die Stadt zu den Problemen? «Die Anwohner werden direkt von der Baufirma informiert. Diese weiss am besten, wann welche Arbeiten ausgeführt werden. So läuft es bei jeder Baustelle», erklärt Christine Schibler, stellvertretende Stadtschreiberin, auf Anfrage. Sie verweist auch auf Informationen auf der Internetseite der Stadt. Bei Schwierigkeiten soll man sich direkt an den zuständigen Bauleiter wenden.

Kommentare

Die Informationspolitik der zuständigen Abteilung für öffentliche Bauten erstaunt mich persönlich nicht. Im letzten Jahr wurden am Gartenweg neue Leitungen eingezogen und der Belag erneuert. Das war nötig und ist soweit in Ordnung. Nun, auch ich konnte plötzlich mit meinen Personenwagen nicht mehr zu meiner Liegenschaft fahren. Parken im öffentlichen Raum hat dann zu Problemen geführt und ich musste mehrmals Parkbussen bezahlen, obwohl ich den Sachverhalt erklärt habe. Mit sehr grossem Aufwand ist es mir dann gelungen, ein Parkkarte zu erhalten, die mich berechtigte, während der Bauphase kostenlos in den Blauen Zonen zu parkieren. Meine Meinung: Es ist die öffentlich Hand, die zeitgerecht informieren und den Anwohnern Lösungsoptionen vorschlagen muss. In Rheinfelden muss offenbar der Bürger selber schauen, wie er selber eine Lösung findet....

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