Schwierige Suche nach Oberstufenschülern

| Do, 14. Sep. 2017

Ende Juni wurde der Gemeinderat von der Gemeindeversammlung verpflichtet, mit vier Dörfern zu verhandeln, ob sie bereit wären, künftig ihre Real- und Sekundarschüler nach Gipf-Oberfrick zur Schule zu schicken. Die NFZ hat in Herznach, Münchwilen, Küttigen und Eiken nachgefragt.

Von Simone Rufli

Der Antrag der Interessengemeinschaft Pro Oberstufe verpflichtete den Gemeinderat, «mit den Gemeinde- und Schulbehörden von Eiken, Münchwilen, Küttigen und Herznach unverzüglich Gespräche über die Möglichkeiten und Bedingungen zur Aufnahme von Sekundar- und Realschülern» zu führen. In einem zweiten Schritt muss der Gemeinderat an der Winter-Gemeindeversammlung «über den Stand oder das Ergebnis der Verhandlungen» berichten. Die NFZ hat mit den Schulgemeinderäten der vier genannten Gemeinden gesprochen.

 

Herznach: gesprächsbereit

«Wir treffen uns Ende September mit verschiedenen Involvierten aus Gipf-Oberfrick zum Gespräch», erklärt die zuständige Gemeinderätin Catherine Gasser auf Anfrage der NFZ. Sie sagt aber auch: «Grundsätzlich haben wir uns in Herznach dafür entschieden, unsere Schüler nach Frick zur Schule zu schicken. Und bis jetzt ist es so, dass wir lediglich in Ausnahmefällen einzelne Schüler nach Gipf-Oberfrick schicken. Gipf-Oberfrick möchte verständlicherweise aber verbindliche Zusagen und Sicherheiten, um planen zu können. Wir warten ab, was das Gespräch ergibt und sind gespannt auf die Argumente aus Gipf-Oberfrick.»

 

Münchwilen: zu keiner Zeit ein Thema

Nichts mehr zu diskutieren scheint es dagegen mit Münchwilen zu geben. Schulgemeinderat Rolf Hügi: «Wir haben uns bereits mit der Frage befasst, als bekannt wurde, dass der Schulkreis Eiken-Münchwilen-Stein aufgelöst wird. Dabei ging es für uns immer nur um die Frage, Rheinfelden oder Frick. Unsere Bez-Schüler konnten bis vor kurzem noch zwischen den beiden Bez-Standorten wählen. Seit wir uns entschieden haben, alle Oberstufenschüler nach Frick zu schicken, gehen auch unsere Bez-Schüler alle nach Frick. In der Bevölkerung war Gipf-Oberfrick zu keiner Zeit ein Thema.»

 

Küttigen verhandelt mit Aarau

Ähnlich die Situation in Küttigen. Dass Küttigen seine Oberstufe aufgrund zu geringer Schülerzahlen verliert, sei eine Entwicklung, die absehbar gewesen sei, wie Schulgemeinderat Thomas Kaspar meint. Der Gemeinderat habe dann entschieden – und gleich auch das nötige Geld gesprochen – damit eine Vertragslösung mit Aarau gesucht werden könne. Die Sek- und Realschüler sollen wie bereits die Bezirksschüler im benachbarten Aarau zur Schule gehen können. Die Anfrage aus Gipf-Oberfrick bezeichnet Kaspar als «charmant». «Eine lange Busfahrt nach Gipf-Oberfrick macht für uns keinen Sinn. Allenfalls hätte man ganz zu Beginn über zwei Schulstandorte unter einer Führung diskutieren können.»

 

Eiken: Zusammenarbeit im Einzelfall

Im Grundsatz für Frick entschieden, im Einzelfall gesprächsbereit, so lässt sich die Situation in Eiken zusammenfassen. «An der Gemeindeversammlung haben die Eiker Stimmbürger den Antrag angenommen, in Zukunft sämtliche Oberstufenschüler nach Frick zu senden», hält Schulgemeinderat Markus Zwahlen gegenüber der NFZ fest. Im Vorfeld seien im Rahmen der regionalen Schulraumplanung verschiedene Szenarien diskutiert worden. «Anfänglich war die Kreisschule Eiken-Münchwilen-Stein vermehrt im Gespräch mit dem Oberstufenzentrum Fischingertal. Als diese Option dann mit dem Entscheid über dessen Auflösung weggefallen ist, haben wir uns an Frick gewandt, um die Variante Bez-Standorte zu prüfen. Frick hat uns mit offenen Armen empfangen und durch die positiven Erfahrungen mit der Bezirks- und Musikschule sind wir überzeugt, eine gute und vor allem nachhaltige Lösung gefunden zu haben.» Markus Zwahlen schliesst in Einzelfällen eine Zusammenarbeit mit Gipf-Oberfrick nicht aus. «Wir bleiben jedenfalls im Dialog.»

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