Krach unterm Kirchendach

| Fr, 16. Jun. 2017

Der ehemalige Präsident der reformierten Kirchenpflege Möhlin wirft der langjährigen Pfarrerin schlechten Umgang mit Gemeindemitgliedern vor und will ihren baldigen Rücktritt erwirken. Sie zeigt sich überrascht von diesem Vorgehen.

Von Ronny Wittenwiler

Wolfgang Seiring ist seit Mitte November nicht mehr Präsident der reformierten Kirchenpflege Möhlin. Persönliche Gründe hätten zu seinem sofortigen Rücktritt geführt, hiess es damals. Ein nun von ihm verfasster Leserbrief wirft jetzt ein anderes Licht auf die Situation. Es schaut vielmehr nach einem internen Zerwürfnis aus. In seinem Leserbrief ruft er die Mitglieder der reformierten Kirchgemeinde zur Teilnahme an der Versammlung vom kommenden Mittwoch auf. Eher aussergewöhnlich ist die Absicht dahinter: Seiring will mit «einigen Anträgen» die Zukunft der Kirche unter Mitwirkung von Pfarrerin Christiane Bitterli zur Diskussion stellen.

 

Massive Vorwürfe

«Ich will nicht, dass sie länger hier in der Kirchgemeinde angestellt bleibt», sagt Seiring. Oder wie er es im Leserbrief formuliert: Rechtzeitig vor einer Wiederwahl im 2018 wolle er ihre Anstellung verändern oder verhindern. Doch warum? «Ich unterstehe noch immer dem Amtsgeheimnis», sagt Seiring. Interna wolle er deshalb keine nach aussen tragen, und doch: Es könne nicht sein, dass Mitglieder nicht mehr in die reformierte Kirche von Möhlin gingen oder sich gar einen Austritt überlegten, weil sie sich nicht mehr wohl fühlten, nicht gegrüsst oder einfach ignoriert würden. «Da sind so viele alte Geschichten. Es ist Zeit, darüber zu sprechen. Bislang hat sich niemand getraut.» Darauf angesprochen, weshalb er damals im November Knall auf Fall zurückgetreten sei, meint er: «Dazu darf ich nichts sagen. Nur so viel: Ich habe dort meine Konsequenzen gezogen.»

Ganzer Artikel in der abonnierten NFZ-Print- oder Onlineausgabe vom Freitag.

Kommentare

Endlich traut sich jemand. Ich selbst trau mich nicht. Ich bin nicht reformiert, jedoch Anwohnerin von Frau Bitterli. Als Frau Bitterli nach Möhlin kam, hat sie anlässlich eines Apéros folgende Aussage gemacht: "schön hier auf dem Land, da grüsst sich noch jeder". Schönschwätzerei! Leider mussten wir auch feststellen, dass sie selbst dies rasch vergessen hat und den Mund nicht aufmacht. Dies gilt für ihre ganze Familie. Eventuell weil unsere Familie auch nicht ihrer Kirchgemeinde angehört. Dies wäre ja alles egal, wenn Frau Bitterli nicht Dorfpfarrerin wäre. Über die Gründe des Weggang von Frau Bütschi Hassler wird auch so einiges erzählt. Gemunkelt? - An jedem Gerücht ist etwas Wahres dran.
Feige rachetat von wolfgang seiring, die pfarrerin hat meiner meinung nach nichts falsch gemacht
Warum feige? Immerhin hat er sich geoutet und ist nicht anonym aufgetreten: Dieser Mann hat Eier!

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