Eine Frau boxt sich durch

| Mi, 31. Aug. 2016

Mit 28 Jahren entschied sich Tanja Schlienger, erneut eine Lehre zu absolvieren – und zwar als Maurerin. Heute arbeitet die 31-Jährige im Geschäft ihres Vaters, mit dem Ziel, es irgendwann zu übernehmen.

Von Melanie Kägi

Auf die Frage, ob sie manchmal auch eine «Tussi» sei, antwortet Tanja Schlienger mit einem kleinen Lächler. «Nein, überhaupt nicht.» Und ergänzt: «Ich bin ein ganz einfacher Mensch, überhaupt nicht heikel.»

Als mich die 31-Jährige empfängt, bemerke ich zuerst ihre herzliche Art. Ihr Lächeln steckt an. Tanja Schlienger beschreibt sich als sehr aufgestellte Person, die viel «Seich» mitmacht. «Andererseits bin ich auch sehr kritisch und zielstrebig. Halt so ein zielstrebiges Huhn.»

Ohne ihre Zielstrebigkeit wäre sie wohl nicht dort hingekommen, wo sie jetzt ist. «Ich arbeitete im Gastgewerbe und hatte irgendwie genug davon, es gefiel mir einfach nicht mehr.» 28 Jahre alt war Tanja Schlienger damals. Ein Alter, in dem man sich zweimal überlegt, ob man noch etwas Neues anfängt. Sie entschied sich, bei ihrem Vater, der ein eigenes Baugeschäft hat, für zwei Monate zu schnuppern. «Ich wollte herausfinden, ob mir ein Job im Handwerksbereich überhaupt gefällt. Und ich musste sagen, der Beruf ist schon noch toll.» Bei der Erne AG machte Tanja Schlienger schliesslich einer Lehre als Maurerin. Kürzlich schloss sie ab – als Kantonsbeste in der praktischen Prüfung und als Zweitbeste in der Gesamtnote.

Heute wird zwar Gleichberechtigung grossgeschrieben, dennoch sahen viele Personen aus ihrem Umfeld dem Jobwechsel skeptisch entgegen. Sie verstand gewisse Bedenken, erklärt aber: «Viele fangen mit etwas an und ziehen es nicht durch. Was ich mir hingegen in den Kopf setze, mache ich auch.» Es freut sie, dass viele der Zweifler kamen und ihr zum Abschluss gratulierten. Und natürlich auch, dass sie mehrere Nachtessen und Weinflaschen gewann, die ihr alle Zweifler schuldeten.

Ganzer Bericht am Dienstag in der Printausgabe der NFZ.

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